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  • Interview<br>Dr. Christiane Schenderlein
    Interview
    Dr. Christiane Schenderlein

Was macht eigentlich eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Frau Schenderlein?

 

18. September 2025

Als Dr. Christiane Schenderlein am 21. Mai 2025 – und damit nur wenige Tage nach ihrer Berufung zur Staatsministerin – das Frühjahrsfinale von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics besuchte, bezeichnete sie den Schulsportwettbewerb als „wunderbare Initiative“ und zeigte sich begeistert von der „Wahnsinns-Stimmung“ in der Max-Schmeling-Halle. (Hier geht's zum Beitrag „Zwischen Anerkennung und Spektakel".) Nicht ganz überraschend, aber dennoch bemerkenswert, ist, dass die Politikerin beim Herbstfinale am 24. September 2025 erneut an der Abschlussfeier teilnehmen wird. Zeit für „Jugend trainiert“ nahm sie sich zusätzlich in der Woche vor dem Bundesfinale. Denn wir durften der Staatsministerin einige Fragen stellen. Und das sind ihre Antworten:


Frau Schenderlein, Sie sind Deutschlands erste Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Welche Aufgaben nehmen Sie in dieser neu geschaffenen politischen Funktion wahr? 

Sport und Ehrenamt haben im Bundeskanzleramt einen festen Platz – sie sind nun Chefsache. Es ist gut und wichtig, dass die Zuständigkeit für Sport und Ehrenamt gebündelt im Kanzleramt liegt. Das bedeutet eine deutliche Aufwertung beider Themen. Damit erfüllen wir einen großen Wunsch der Sportwelt und lassen gleichzeitig den Ehrenamtlichen und Engagierten die Wertschätzung zukommen, die sie verdienen. Die Sport- und Engagementpolitik wird damit schlagkräftiger, und ich bin mir sicher: Wir können so mehr bewegen.

Ich sehe meine Rolle innerhalb der Bundesregierung auch als Scharnier. Ich werde eine Mittlerin zwischen den Ressorts mit ihren spezifischen Zuständigkeiten und dem Bundeskanzler sein.

Unsere Politik wird den Sport und ehrenamtlich Engagierte fördern und stärken. Dafür stehe ich persönlich und als Staatsministerin. Ich werde eine Stimme sein für den Spitzen- wie den Breitensport und das Ehrenamt in Deutschland – und auch eine Anwältin, wenn es darum geht, dass die Vorhaben der Regierung in die Tat umgesetzt werden.


Bislang war der Sport auf Bundesebene stets im Innenministerium angesiedelt. Jetzt wird er politisch von einer eigenen Staatsministerin vertreten, die mit ihrem Team im Bundeskanzleramt sitzt. Wie verändert sich dadurch der Stellenwert des Sports in unserem Land? 

Das ist aus meiner Sicht eine große Chance. Früher war der Sport im Bundesinnenministerium nur ein Bereich unter vielen. Jetzt steht eine Staatsministerin dezidiert für Sport und Ehrenamt. Das gibt beiden Themen mehr Gewicht. Und die Wege sind kurz, man trifft den Bundeskanzler hier auf dem Flur und kann seine Anliegen vorbringen.

Wir wollen den Spitzensport in Deutschland stärken. Der Grundstein für zukünftigen Erfolg wird bereits im Kinder- und Nachwuchsalter gelegt, weshalb wir einen Fokus auf die Talentförderung setzen wollen. Gleichzeitig wollen wir die Rahmenbedingungen für unsere Spitzenathletinnen und -athleten so verbessern, dass sie bei internationalen Großveranstaltungen erfolgreich abschneiden. Ich denke hier ganz aktuell an die deutsche Basketballnationalmannschaft: Mit einer beeindruckenden Teamleistung hat sie nach dem Weltmeister- auch noch den Europameistertitel gewonnen. Von den Spielern geht eine enorme Strahlkraft aus, die hoffentlich viele Kinder und Jugendliche dazu bringt, selbst aktiv zu werden. Erfolge schaffen Identifikation und machen Sportlerinnen und Sportler zu Vorbildern. Auch deshalb sollten wir sie bestmöglich unterstützen. 

Die Bundesregierung hat sich aber auch eine aktive Ehrenamts- und Engagementpolitik auf die Fahnen geschrieben. Wir werden ehrenamtlich Engagierte unterstützen, fördern und stärken, die Ehrenamtlichen und die Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen, sichtbarer machen und ihnen die Anerkennung geben, die sie verdienen.

Die Durchführung der „Jugend trainiert“-Bundesfinals, ob im Frühjahr, Herbst oder Winter, ist ohne das großartige Engagement der Ehrenamtlichen nicht denkbar.


Was sind die wichtigsten sportpolitischen Ziele, die Sie als Staatsministerin in dieser Legislaturperiode erreichen wollen? 

Erstens: Eine gute finanzielle Ausstattung für den Sport. Mit der Sportmilliarde können wir zusammen mit Ländern und Kommunen dafür sorgen, dass Sportanlagen und Schwimmbäder modernisiert und exzellente Trainingsbedingungen zur Verfügung gestellt werden.

Zweitens: Wir brauchen eine Spitzensportreform. Die Sportförderung muss deutlich unbürokratischer, flexibler und effizienter werden. Hinzu kommt: Wir werden nur dann Fortschritte erzielen, wenn wir es schaffen, motivierte und gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer in Deutschland zu halten. Außerdem müssen sich Athletinnen und Athleten ohne Existenzängste auf ihren Sport konzentrieren können.

Und drittens: Wir wollen Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland holen. Das wird einen Motivations- und Modernisierungsschub für Deutschland bringen – auch über den Sport hinaus.


Wodurch zeichnet sich die Politikerin Christiane Schenderlein aus? 

Offenheit und Zielstrebigkeit sind Eigenschaften, die mir nachgesagt werden. In der Politik verlaufen nicht alle Wege ganz geradlinig, aber ich lasse mich auch von Rückschlägen nicht entmutigen und arbeite konzentriert weiter.

Die ersten Wochen und Monate meiner neuen Aufgabe als Staatsministerin standen im Zeichen des Zuhörens. Ich habe nachgefühlt, wo genau der Schuh im Sport und im Ehrenamt drückt – sei es beim Verein vor Ort, bei den Spitzenverbänden, bei Athleten, bei Trainern und den vielen Ehrenamtlichen. Jetzt geht’s noch stärker ans tatkräftige Anpacken und Umsetzen. Darauf freue ich mich!


Wenige Tage nach Ihrer Berufung zur Staatsministerin für Sport und Ehrenamt haben Sie das Frühjahrsfinale von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics in Berlin besucht. Im September werden Sie den besten Schulsporttalenten Deutschlands beim Herbstfinale erneut die Ehre erweisen. Wofür schätzen Sie den Schulsportwettbewerb? 

Jugend trainiert für Olympia & Paralympics ist der weltweit größte Schulsportwettbewerb überhaupt. Unter einem Dach wirken die Deutsche Schulsportstiftung, die16 Kultusbehörden der Länder, die am Bundeswettbewerb beteiligten Sportfachverbände und der Bund gemeinsam an der Veranstaltung mit. Jährlich nehmen rund 800.000 Schülerinnen und Schüler teil.

Das beeindruckt mich nachhaltig.

Übergeordnetes Ziel des Wettbewerbs ist die Entwicklung und Förderung des Leistungs- und Gemeinschaftsverhaltens junger Menschen im und durch den Sport.

Die frühen sportlichen Aktivitäten und Wettbewerbserfahrungen wirken sich langfristig in allen Lebensbereichen positiv aus. Gleichzeitig zahlen sie auch auf sportpolitische Ziele ein wie beispielsweise in der Nachwuchsförderung, der Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen in Deutschland und der konkurrenzfähigen Teilnahme an internationalen Wettbewerben.


Dürfen auch die Wintersporttalente, die sich im März 2026 zu ihrem nächsten Bundesfinale in Schonach treffen werden, darauf hoffen, die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt persönlich kennenzulernen? 

Das Bundesfinale im Frühjahr war großartig und beeindruckend. Deshalb freue ich mich schon darauf, in Kürze auch das Herbstfinale zu besuchen. Das sind solche Veranstaltungen, die ohne die vielen ehrenamtlich Tätigen gar nicht möglich wären. Und wenn es mir terminlich möglich ist, werde ich gern auch an zukünftigen „Jugend trainiert“-Finalveranstaltungen teilnehmen. 


Die Fragen stellte „Jugend trainiert“-Pressesprecher Kai Gemeinder


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