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Alle Erwartungen übertroffen

Triathlon-Team der Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt am Main gewinnt Silber im gemischten Mannschaftswettbewerb sowie Silber und Bronze beim Einzelstart der Mädchen bei der ISF-Schul-WM in Frankreich.

von Kai Gemeinder

Als die Schüler*innen der hessischen Eliteschule des Sports vor einigen Tagen zur ISF Schulweltmeisterschaft im Triathlon aufbrachen, hätten wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten unter ihnen mit einem derartigen Erfolg gerechnet. Schließlich setzte sich die Mannschaft überwiegend aus Schwimmer*innen und Leichtathlet*innen zusammen. Lediglich Alessandra Dahl brachte bereits außerschulische Vorerfahrung als Triathletin mit.

„Anfangs wurden wir von den anderen belächelt“, erzählt Lehrer Jens Kleinert, der an der Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt das Schwimm-Projekt betreut, gleichzeitig aber auch für den E-Kader des Hessischen Triathlon Verbands verantwortlich ist. „Weder hatten wir Neoprenanzüge dabei noch professionelle Triathlon-Bikes wie die meisten Starter der anderen Nationen.“

Aber es dauerte nicht lange, bis sich die Nachwuchssportler*innen aus Hessen den Respekt ihrer Konkurrenz verdienten. Bei den Einzelstarts belegten Alessandra Dahl und Anna-Fiona Volz die Ränge zwei und drei, wobei sich Alessandra erst im Zielsprint hauchdünn der siegreichen Französin Mahaut Segard geschlagen geben musste. Beide kamen nach 600m Schwimmen, 16km Radfahren und 4km Laufen zeitgleich über die Linie. Zuvor hatten bereits Nicolas Krüger als Sechster und Luca Smit als Neunter bei den Jungen einen guten Eindruck hinterlassen.

Im gemischten Schulwettbewerb setzte Kleinert tags darauf auf die vier genannten Schüler*innen, die schon bei den Einzelstarts am meisten überzeugt hatten. Theoretisch hätte der Lehrer sogar zwei Teams aufstellen dürfen, aber drei seiner insgesamt acht Schützlinge meldeten sich nach den Einzelstarts verletzt. Sara Kiefer als achtes Teammitglied ging trotzdem ins Rennen – und zwar für ein international zusammengesetztes Team mit Schülern der Vereinigten Arabischen Emirate.

Das Frankfurter Quartett lieferte sich indes einen spannenden Kampf um Silber mit einem der beiden französischen Teams, wobei es anfangs gar nicht danach aussah, als könnte die Mannschaft  von Jens Kleinert an die Leistungen des Vortags anknüpfen. Zur Hälfte der Staffel lagen die Deutschen nur auf Rang vier. Dann aber ging die bärenstarke Alessandra Dahl ins Rennen und schob sich und ihr Team bis auf Platz zwei vor. Luca Smit, der es mit einem ganz starken Konkurrenten aus Frankreich zu tun bekam, schaffte es dank einer außergewöhnlichen kämpferischen Leistung, den großen Vorsprung, den Alessandra ihm mit auf den Weg gegeben hatte, bis ins Ziel zu retten und sicherte seiner Mannschaft somit die Vizeweltmeisterschaft.

Dazu ist allerdings zu sagen, dass bei der Schul-WM Schülerinnen und Schüler in zwei unterschiedlichen Kategorien ihre Wettbewerbe bestritten. Dem Namen der Veranstaltung entsprechend nahmen einerseits Mannschaften teil, deren Starter*innen alle die gleiche Schule besuchen müssen wie im Fall der Frankfurter*innen. Darüber hinaus traten aber auch zahlreiche „Selected Teams“ an, die von den jeweiligen Nationalverbänden nominiert wurden und sich aus den größten Triathlon-Talenten der einzelnen Länder zusammensetzen. Die „School“ und „Selected“ Teilnehmer*innen gingen dabei im Einzel- und Mannschaftswettbewerb jeweils gemeinsam an den Start, wurden aber getrennt gewertet. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hatte kein deutsches Team nach Frankreich entsendet, so dass lediglich der Bundessieger von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics an der 4. Schulweltmeisterschaft im Triathlon teilnahm.

Jens Kleinert meint, man solle dies für die Zukunft überdenken – zumindest, wenn die WM in Europa stattfindet und logistisch gut erreichbar ist. „Was die Jugendlichen bei dieser Veranstaltung an Erfahrung mitnehmen ist schon enorm und geht weit über den sportlichen Aspekt hinaus. Ich wäre dafür, dass Deutschland nicht nur sein bestes Schulteam, sondern auch ein Nationalteam zu solchen Meisterschaften schickt. Aber das muss die DTU natürlich selbst entscheiden.“

Besonders beeindruckt zeigte sich die deutsche Delegation von der Atmosphäre bei der WM. Freundschaften wurden geknüpft. Gefeiert wurde gemeinsam. Völkerverständigung spielte nicht nur in der sogenannten „Friendly Category“ eine wichtige Rolle, in der Sara Kiefer am Staffeltag zum Einsatz kam, sondern stand im Grunde über allem. Schon allein dafür hatte sich die Reise nach Frankreich gelohnt, waren sich die Schüler*innen der Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt und ihr Betreuer einig. Und sportlich wurden ohnehin alle Erwartungen übertroffen.

 

© Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt

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