Keine Podiumsdiskussion, sondern zwei Musical-Auftritte prägten den launigen Abend in der Landesvertretung Bremen. Das kam für viele unerwartet, aber nicht ungelegen. Denn als Showtunes das Zepter übernahm, hatte man sich bereits ausgiebig sportlich relevanten Themen gewidmet — nur eben nicht in der gewohnten Form einer Podiumsdiskussion.
Dem Grußwort von Bremens Schulsportreferentin Annette Kemp folgte ein kurzes Zwiegespräch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Schulsportstiftung (DSSS), Martin Schönwandt, und „Jugend trainiert“-Pressesprecher Kai Gemeinder, der als Moderator durch den Abend führte.
Thematisiert wurde die Absicht Deutschlands, sich um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele, voraussichtlich im Jahr 2040 oder 2044, zu bewerben. Die Mehrzahl der Athlet*innen, die dann für Deutschland an den Start gingen, seien gerade im Kita- oder Grundschulalter, rechnete Martin Schönwandt vor, und ergänzte: „Deshalb gilt es, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Chance zu geben, im Rahmen der bundesweiten Schulsportwettbewerbe von ‚Jugend trainiert‘ Sport zu erleben und dabei eigenes Talent und Können zu entdecken.“ Mit Jugend trainiert für Olympia & Paralympics verkörpere die Deutsche Schulsportstiftung den olympischen und paralympischen Geist im Schulsport. Es gelte als gemeinschaftliche Aufgabe aller beteiligten Akteure, das Potential des Wettbewerbs zu entfalten.
Im Anschluss übergab Martin Schönwandt Präsente an drei Personen, die sich in besonderer Weise um den Schulsportwettbewerb verdient gemacht und über Jahrzehnte in ihren Bundesländern sowie bei den Bundesfinalveranstaltungen ehrenamtlich Verantwortung übernommen hatten. 20 Jahre war Michael Wallroth im Hockey als Wettkampfleiter tätig, Hartmut Holzwarth übernahm diese Funktion im Golf 18 Jahre lang, ehe er für zwei weitere Jahre in der DSSS die Leitung der AG Weiterentwicklung inne hatte. Noch länger als die beiden Berliner engagierte sich Peter von der Sitt aus Bayern bei den Bundesfinals. Seit 40 Jahren ist er im Schwimmen Mitglied des Schiedsgerichts. Alle drei wurden mit Dank und Anerkennung in den verdienten „Jugend trainiert“-Ehrenamtsruhestand verabschiedet.
Showtunes begeistern mit Bremer Geschichten
Danach schlug die Stunde von Showtunes. Die Musicaldarsteller*innen Alica Boll, Kristin Riegelsberger, Philip Lüsebrink und Frank Fiedler begeisterten das Publikum mit ihrem Gesang und Schauspiel. Andrea Fiedler, die Autorin der beiden aufgeführten Geschichten aus dem Musical „Nachts in Bremen“, saß derweil an der Technik. Das Ensemble tritt seit 2013 mit dem Musical auf, unter anderem im alten Bacchuskeller, direkt unter dem Bremer Rathaus.
Über die, die im Rathaus und der Bremer Landespolitik das Sagen haben, machten sich die Künstler*innen im Stück „Die Eiswette“ immer wieder lustig. Auch die Bremer Schulen wurden nicht verschont, was schon allein deshalb witzig ist, weil die Senatorin für Kinder und Bildung das Ensemble gebucht hat. In Bremen, das wurde schnell klar, kann man eben auch gut über sich selbst lachen.
Einen Einblick in die hanseatischen Gepflogenheiten vergangener Tage lieferte die im plattdeutschen „Bremer Schnack“ vorgetragene Geschichte einer berühmten Fischverkäuferin, deren Schlagfertigkeit wohl bisweilen vom verbalen ins körperliche abdriftete, weshalb die Szene vor Gericht spielte. Auch dieser Auftritt bot reichlich Grund zum lachen. War ja zum Glück alles nur Theater und — darin waren sich alle Gäste einig — sehr unterhaltsam und lustig.
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