Von Kai Gemeinder
Dabei profitierten sie früh von optimalen Rahmenbedingungen: Die Luisenschule Mülheim als NRW-Sportschule und die Stadtteilschule Alter Teichweg Hamburg als Eliteschule des Sports boten ihnen die Möglichkeit, Schule und Leistungssport ideal miteinander zu verbinden.
Das zahlt sich bis heute aus, denn: Yvonne Li und Matthias Kicklitz sind im deutschen Badminton das Maß der Dinge. Jüngstes Beispiel: Li feierte bei den Deutschen Meisterschaften 2026 ihren zehnten Titel, sieben davon im Dameneinzel; der vier Jahre jüngere Kicklitz sicherte sich seinen dritten Titel im Herreneinzel und blieb im gesamten Turnier ohne Satzverlust.
Yvonne Li: Von der Bundessiegerin zur internationalen Leistungsträgerin
Yvonne Li ist 1998 geboren, in Hamburg aufgewachsen und stammt aus einer Badminton-begeisterten Familie. Ihre Mutter verfolgt leidenschaftlich gerne Matches im Livestream, Bruder und Vater spielen selbst. Mit sechs Jahren nahm Yvonne erstmals den Schläger in die Hand und wurde anfangs vom eigenen Vater trainiert. Ihr außergewöhnliches Talent bewies sie in der Folge bei etlichen Wettkämpfen.
2014 wagte die damals 16-Jährige dann einen mutigen Schritt, der große Auswirkungen auf ihre weitere Karriere hatte: Sie zog ins Badmintoninternat in Mülheim an der Ruhr. Im selben Jahr wurde sie U17-Europameisterin und debütierte als jüngste Nationalspielerin des Deutschen Badmintonverbandes bei einem Länderspiel gegen Japan.
Der Umzug nach Mülheim öffnete ihr außerdem die Tür zu „Jugend trainiert“. 2015 qualifizierte sie sich mit der Luisenschule Mülheim an der Ruhr fürs Bundesfinale und gewann mit ihrem Team den Titel in der U18 (ehemals WK II). Ein Erfolg, der ihr nicht nur sportliche Anerkennung einbrachte, sondern sogleich die nächste Tür öffnete: Im darauffolgenden Jahr wurde sie für die ISF-Schul-Weltmeisterschaft auf Malta nominiert. Dort gewann sie 2016 gemeinsam mit ihrem Team die Bronzemedaille – ein weiterer Meilenstein in ihrer Entwicklung.
Die Erinnerungen an diese Zeit sind bei Yvonne Li bis heute präsent. „Jugend trainiert“ heißt für sie „eigene Ziele gemeinsam mit voller Motivation zu verfolgen“. Der Schulsportwettbewerb biete eine tolle Plattform, die unvergessliche Erlebnisse ermögliche. „Schweiß, Leidenschaft und Teamgeist sind da vorprogrammiert“, sagt die inzwischen 27-Jährige.
Aktuell ist Yvonne Li die erfolgreichste deutsche Badmintonspielerin und vertritt Deutschland regelmäßig auf internationaler Bühne. Die zehnfache Deutsche Meisterin feierte bereits einige internationale Turniersiege und nahm zweimal an den Olympischen Spielen teil. Zwischenzeitlich rangierte sie auf Weltranglistenplatz 21.
Einige Male musste sich Yvonne Li von Verletzungen zurückkämpfen. Mittlerweile ist sie zurück in ihre alte Heimat gezogen und trainiert dort am Olympiastützpunkt Hamburg/Dulsberg. Ihre Ziele: die Spiele in Los Angeles 2028 und eine Top-10-Platzierung in der Welt.
Als Patin bei „Jugend trainiert“ möchte sie nun ihre Erfahrungen weitergeben: junge Talente motivieren, an sich zu glauben, und ihnen zeigen, welche Chancen im Schulsport liegen.
Matthias Kicklitz: Ein Ausnahmetalent mit beeindruckender „Jugend trainiert“-Bilanz
Noch erfolgreicher als bei Yvonne Li verlief die Schulzeit von Matthias Kicklitz, der ebenfalls in Hamburg aufgewachsen ist, 2007 als Fünfjähriger mit dem Badmintonsport begann und zu den herausragenden Athleten in der Geschichte von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics zählt. Bereits in jungen Jahren dominierte er mit dem Team der Stadtteilschule Alter Teichweg aus Hamburg die Konkurrenz in der U16 (ehemals WK III): 2014, 2016 und 2017 wurde er jeweils Bundessieger, 2019 kam in der U18 sein vierter Titel hinzu. Das ist eine beeindruckende Bilanz, die seine konstante Leistungsstärke belegt. Diese stellte er zudem als vielfacher Deutscher Meister im Jugend- und Juniorenbereich unter Beweis, die ihm 2019 – damals im Alter von 17 – die Auszeichnung „Deutschlands Badminton-Jugendspieler des Jahres“ einbrachte.
Für Matthias Kicklitz war „Jugend trainiert“ dabei nicht nur eine Bühne für sportliche Erfolge, sondern vor allem eine Zeit voller besonderer Erlebnisse. Die Teilnahme in Berlin habe ihm jedes Mal großen Spaß gemacht, und die Erinnerungen daran seien bis heute lebendig. Es mache ihn stolz, nun selbst als Pate Teil dieses Wettbewerbs zu sein. Gleichzeitig verbindet er damit den Wunsch, dass möglichst viele junge Sportlerinnen und Sportler ähnliche Erfahrungen sammeln können – Erfahrungen, die weit über den sportlichen Erfolg hinausgehen.
Diese Perspektive macht ihn, ebenso wie Yvonne Li, zu einem authentischen Vorbild für den Nachwuchs. Matthias Kicklitz kennt die Strukturen und Herausforderungen des Schulsports ebenso wie die Freude am gemeinsamen Wettkampf. Seine Karriere zeigt, welches Potenzial in einer frühen Förderung liegt – und wie wichtig es ist, jungen Talenten die richtigen Rahmenbedingungen zu bieten. Vom mehrfachen Bundessieger im Schulsportwettbewerb hat er sich kontinuierlich weiterentwickelt und gehört heute zur deutschen Spitze. Auch er feierte internationale Turniersiege und zahlreiche Titel bei Deutschen Titelkämpfen.
Gemeinsam stark – auf und neben dem Feld
Dass Yvonne Li und Matthias Kicklitz nun gemeinsam als Pat*innen auftreten, ist nicht nur sportlich naheliegend, sondern auch eine besondere Konstellation: Die beiden verbindet neben ihrer Vergangenheit bei „Jugend trainiert“ auch gemeinsamer Erfolg im Erwachsenenbereich. So gewannen sie 2024 zusammen den Titel im Mixed bei den Deutschen Meisterschaften und wurden 2025 mit dem Badminton-Team des SV Fun-Ball Dortelweil Deutscher Mannschaftsmeister.
Mit ihrem Engagement als Pat*innen setzen Yvonne Li und Matthias Kicklitz ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Schulsports. Sie stehen beispielhaft für den Weg, den „Jugend trainiert“ ermöglichen kann: von nachhaltig prägenden Wettkampferfahrungen im Schulteam bis hin zu Erfolgen auf nationaler und internationaler Bühne.
Für die Schüler*innen, die in den kommenden Tagen am Frühjahrsfinale von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics teilnehmen werden, sind sie damit nicht nur sportliche Vorbilder, sondern auch glaubwürdige Botschafter*innen eines Wettbewerbs, der seit Jahrzehnten für Förderung, Gemeinschaft und Begeisterung steht.











