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Die Exoten aus Hamburg

Skilanglauf-Loipen sucht man in der Hansestadt vergeblich. Skilangläufer*innen gibt es aber schon.

Letzteres ist vor allem dem Einfallsreichtum und der Reisebereitschaft von engagierten Lehrkräften und interessierten Schülerinnen und Schülern zu verdanken.

Trainiert wird in Vorbereitung auf die Winterausgabe von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics in Form von Crossläufen oder auf Inlineskates und Skirollern. Manche Schulen leisten sich darüber hinaus auch ein Trainingslager im Harz.

Wer sich schließlich fürs Winterfinale von "Jugend trainiert" qualifizieren will, muss in jedem Fall bereit sein, für das Hamburger Landesfinale vom hohen Norden bis ins bayerische Finsterau zu reisen.

Eine Lehrerin, die diesen Weg schon oft auf sich genommen hat und unzählige Schülergenerationen für den Skilanglauf begeistern konnte, ist Marianne Wulkop vom Gymnasium Blankenese.

Die Qualifikation für das Winterfinale 2019 in Nesselwang fand in der letzten Woche statt. Wir haben uns ausführlich mit der wintersportbegeisterten Englisch- und Sportlehrerin unterhalten.

 

Frau Wulkop, wie oft haben Sie bei Jugend trainiert für Olympia mit ihren Klassen schon teilgenommen?

Oje, da müsste ich wirklich zählen. Ich habe bereits als Referendarin die Veranstaltung unterstützt. Damals war ich am Gymnasium Hochrad/Hamburg tätig, einer Schule, die sich schon sehr regelmäßig für das Bundesfinale im Skilanglauf qualifiziert hat. Das erste Mal als Begleitung beim Bundesfinale war ich vermutlich 1996 oder ‘97. Als ich dann 2007 zum Gymnasium Blankenese gewechselt bin, habe ich direkt eine Skilanglauf AG gegründet. Wir waren das Überraschungsteam, denn meine Mädchen haben die Qualifikation direkt im ersten Anlauf geschafft und sind Hamburger Meister geworden. Damit hat die Konkurrenz sicherlich nicht gerechnet. Und diese ist in Hamburg durchaus groß: Immerhin nehmen regelmäßig mehr als zehn Schulen an dem Wettbewerb teil.

 

Können Sie sagen, wie viele Kinder Sie schon zum Skifahren gebracht haben?

Das kann ich tatsächlich nicht mehr zählen. Ich bin durch mein Sportstudium und die Ausbildung bei Volker Nagel – einem Dozent am Fachbereich Bewegungswissenschaften der Uni Hamburg – zum Skilanglauf gekommen. Die Ausbildung hat in Norwegen stattgefunden. Vorher bin ich begeistert auf Freizeit-Niveau Alpin-Ski gefahren. Seither ist Ski-Nordisch mein Schwerpunkt geworden. Ich habe die DSV Ski Nordisch Skilehrer Lizenz erworben und war etliche Jahre auch als Lehrbeauftragte in der Uni-Ausbildung tätig.

Als Sportlehrerin habe ich während meiner gesamten Berufszeit die Skilanglauf AG geleitet und etliche Jahre im Fachausschuss Skilanglauf Hamburger Schulen mitgearbeitet. Zuletzt als Vorsitzende.

Die Begeisterung für den Sport und für das besondere Gruppenerlebnis lässt sich prima wecken. Nach etwas zähen Anfängen an der neuen Schule ist die Teilnehmergröße der AG jetzt bei 70 Kindern und Jugendlichen, die freiwillig freitagnachmittags in der Schule bleiben, um zu trainieren.

Man könnte aber auch rechnen: 25 Berufsjahre mal 40 Kinder im Schnee pro Jahr. Allerdings sind es für ca. drei bis vier Jahre auch ähnliche Mannschaften, wenn die Kinder dabei bleiben.

 

Wie trainieren Sie für das Landesfinale?

Dem Landesfinale gehen zwei Qualifikationsläufe voraus. Der erste ist ein Crosslauf. Natürlich trainieren wir in unseren Parks und im Treppenviertel für diesen Lauf. Der zweite ist ein Technik-Sprint-Parcours auf Inlineskates. Er ist stark an die Anforderungen des Skilanglauf Parcours angelehnt. Wir trainieren also auch auf Inlinern. Allerdings nicht nur für den Parcours, denn es wird auch Inline-Hockey gespielt und es werden auf Inlineskates die Bewegungsmuster, die für den Skilanglauf zentral sind, vermittelt.


Wo findet das Landesfinale Hamburg statt?

Das Landesfinale findet im Bayerischen Wald statt. Alle Schulen, die sich qualifiziert haben, fahren für eine Woche nach Finsterau. Die ersten drei Tage gelten dem Training auf Langlauf-Ski. Die meisten unserer Kinder stehen das allererste Mal auf solchen Skiern. Einige bringen Erfahrungen aus Familienurlauben im Alpinskilauf mit. Andere sehen tatsächlich zum ersten Mal Schnee, zumindest in größerer Menge. Wer in der fünften Klasse beginnt und dem Wettkampf treu bleibt, der kann es schaffen, vier- bis fünfmal dabei zu sein. In der Zeit kann man einiges lernen.

An Tag vier findet jedenfalls das Einzelrennen statt und an Tag fünf dann die Staffel. Die Wettbewerbe finden in enger Anlehnung an die Regularien für JTFO statt.


Wie bereiten sich Nordlichter, abgesehen von Crossläufen und Inlineskaten, auf ein Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia im Winter vor?

Skiroller, Konditionstraining, Gleichgewichtstraining. Manche Schulen verbringen zur Vorbereitung sogar ein Wochenende im Harz. Wir allerdings nicht – dafür ist der Stundenplan und sind meine anderen schulischen Aktivitäten zu vielfältig.


Warum ist Ihnen die Teilnahme Ihrer Schule im Skilanglauf bei Jugend trainiert für Olympia so wichtig?

Skilanglauf ist die Schulsportart par excellence. Die Sportart wird von der Pike auf vermittelt. Es gibt keine Neuauflagen der Vereinswettkämpfe, wie es bei einigen Spielsportarten der Fall ist. Die Schülerinnen und Schüler lieben die Herausforderung und sich hautnah mit anderen Schulen messen zu können. Ein ganz besonderes Highlight ist die Woche in Finsterau. Alle, die sich dafür qualifizieren und mit dabei sein können, freuen sich. Das I-Tüpfelchen ist sicherlich, wenn man sich dann auch noch für das Bundesfinale qualifiziert. Das ist in den Augen der Schülerinnen und Schüler etwas wirklich Großartiges.

Auch für das Miteinander und das Schulklima hat die AG einen hohen Stellenwert. Groß und Klein geben aufeinander Acht und man kennt und unterstützt sich gegenseitig. Das geht weit über die sportliche Seite hinaus.

Sich belasten, sich für den anderen lang machen, an seine Grenzen oder gar darüber hinaus zu gehen, eine Mannschaft sein, auf Material achtgeben, wachsen an den Herausforderungen, mit Erfolg und Niederlage umgehen lernen, Verbindlichkeit – um nur ein paar Dinge aufzuzählen – werden so gelebt.


Das klingt wirklich hervorragend. Können Sie auch ihr schönstes Erlebnis bei JTFO benennen?

Es sind jedes Jahr wieder die leuchtenden Kinderaugen, die vor Begeisterung strahlen!
 

Was macht das Winter-Bundesfinale von JTFO gerade für Sie aus dem hohen Norden aus?

Einerseits zu begreifen, dass dabei sein alles ist, gleichzeitig aber auch zu merken, dass wir uns skiläuferisch überhaupt nicht zu verstecken brauchen. Und nicht zuletzt, das Gefühl zu haben, eventuell neben jemandem starten zu dürfen, der oder die später tatsächlich zur deutschen Nachwuchselite gehören könnte.


Auch wenn Sie schon viele Gründe aufgezählt haben: Warum sollte jede Schule bei Jugend trainiert für Olympia & Paralympics teilnehmen?

Der Wettbewerb bietet Kindern und Jugendlichen einmalige Möglichkeiten und dient in meinen Augen der Persönlichkeitsbildung.

Da ich von der Veranstaltung so überzeugt bin, arbeite ich in verschiedenen Fachausschüssen mit und bin übrigens auch im Hockey und seit einigen Jahren beim Triathlon bei den Bundesfinals dabei.

 

Dafür gebührt Ihnen großer Dank – auch unserer. Haben Sie sich mit ihrer Schule denn auch erneut für das Winterfinale in gut zwei Wochen qualifiziert?

Ja, wir haben es wieder einmal geschafft, uns in allen drei Wettkampfklassen für das Winterfinale zu qualifizieren und freuen uns schon jetzt auf das anstehende Abenteuer in Nesselwang.

 

Dann dazu herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für das Gespräch und die ausführlichen Einblicke in Ihre Arbeit.

 

 

Hamburger Schüler beim Landesfinale im Bayerischen Wald
Die Lehrerin Marianne Wulkop engagiert sich seit 25 Jahren im Schulsport

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