Von Kai Gemeinder
Natürlich war der Jubel bei den siegreichen Schulteams groß, zumal Unterhaching sich gegenüber dem Vorjahr um ganze sechs Plätze steigern konnte und Heidenheim 2025 gar nicht beim Bundesfinale vertreten war. Das Team aus Baden-Württemberg hat außerdem das Kunststück vollbracht, in allen vier Wertungskategorien den ersten Platz zu belegen. Souveräner kann man einen Titel nicht gewinnen. Daran wird man sich in Heidenheim sicher noch lange zurückerinnern. Aber auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler war die Teilnahme am Bundesfinale ein außergewöhnliches Erlebnis, das sie so schnell nicht vergessen werden. Der Wettbewerb in dieser Altersklasse zeichnet sich nämlich durch einige Besonderheiten aus.
Zum einen dürfen im Mädchenteam bis zu zwei Jungen und im Jungenteam bis zu zwei Mädchen eingesetzt werden – mit der Folge, dass sich der ein oder andere Junge am ungewohnten Schwebebalken wiederfindet und manches Mädchen am Parallelbarren. Zum anderen gibt es neben dem üblichen Einzelturnen an den Geräten auch eine Gerätebahn, an der die fünfköpfigen Teams gleichzeitig als Gruppe turnen, wobei es beim Vortrag neben der individuellen Ausführung vor allem um die Synchronität der gezeigten Elemente geht.
Hinzu kommt, dass neben dem klassischen Turnen an Geräten auch Sonderprüfungen zu absolvieren sind. Hierzu zählen ein Staffellauf, Standweitsprung und Stangenklettern. Dabei werden Fertigkeiten abgeprüft, die zwar zur turnerischen Grundausbildung gehören, aber auf den ersten Blick nicht unbedingt an einen Turnwettkampf erinnern. Das Gerätturnen zeigt sich in der „Jugend trainiert“-Variante des U14-Wettbewerbs also in seiner ganzen Vielfalt. Und die Kinder haben große Freude daran.
Sportliche Vorbilder und zwei Fernsehsender machen den Tag zu etwas Besonderem
Auch Turn-Patin Meolie Jauch (hier geht es zu einem Beitrag aus dem Jahr 2021), amtierende Deutsche Meisterin am Stufenbarren, erinnert sich gerne an ihren eigenen Auftritt beim Bundesfinale 2019 zurück, bei dem sie mit dem Team des Wirtemberg-Gymnasiums Stuttgart in der U14 (ehemals WK IV) den Titel gewann. „Ich denke immer mit einem Lächeln an diese Zeit zurück und würde es jedem absolut empfehlen dort mitzumachen, wenn die Möglichkeit besteht“, sagt die 19-Jährige und ergänzt: „Ich schätze besonders die Begeisterung der jungen Turnerinnen und Turner und die tolle Atmosphäre, wenn so viele Schulen über den Sport zusammenkommen und sich gegenseitig motivieren.“ Als Patin wolle sie den Kindern zeigen, wie wichtig Teamgeist, Fairness und Durchhaltevermögen im Sport sind. Deshalb besucht die elffache Deutsche Jugendmeisterin und WM-Teilnehmerin von 2023 sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag die Wettbewerbe in der Sporthalle Schöneberg und steht für Fotos, Autogramme und Gespräche bereit. Außerdem wird sie bei der Abschlussveranstaltung am Freitagabend die Siegerehrung im Gerätturnen übernehmen.
Ebenfalls zum Bundesfinale zurückgekehrt ist Michelle Timm, die zwischen 2010 und 2012 dreimal mit ihrer Berliner Schule Bundessiegerin im Gerätturnen wurde und seit 2025 „Jugend trainiert“-Patin ist. „Für uns waren die Wettkämpfe bei ‚Jugend trainiert‘ immer ein absolutes Highlight. Schon die meist eher kurzen Vorbereitungen bei uns im Training waren lustig, da es andere Übungen waren als die, die wir normalerweise trainiert haben. Ich kann mich hauptsächlich daran erinnern, dass wir Mädels uns jedes Mal wieder als Team auf die Wettkämpfe gefreut haben und auch mal der ein oder andere aus der Familie vor Ort sein konnte,“ so die frühere Nationalmannschaftsturnerin.
Den Teilnehmenden des Frühjahrsfinales 2026 wird der Tag in der Sporthalle Schöneberg nicht zuletzt dank der beiden Turn-Patinnen positiv im Gedächtnis bleiben. Beide waren vom ersten bis zum letzten Moment vor Ort und überreichten den erfolgreichen Schülerinnen und Schülern bei der Siegerehrung Urkunden und Medaillen. Dass die Teilnahme an einem Bundesfinale etwas Besonderes ist, merkten die Turntalente aber auch an der hohen Medienpräsenz. Der rbb begleitete das Theodor-Fontane-Gymnasium Strausberg (Sendetermin: Mittwoch, 6.5.2026 um 19:15 Uhr in „DER TAG in Berlin und Brandenburg“), während der NDR die Teams aus Schleswig-Holstein in den Blick nahm. Der dazugehörige Beitrag wird am Donnerstag, 7.5.2026, um 19:30 Uhr ausgestrahlt.














