Olympische Sportarten
Paralympische Sportarten
  • Hauptsponsor:

  • Premium Partner:

  • Partner:

  • Förderer:

Laura Ludwig: Eine lebende Legende

Von „Jugend trainiert“ zu Olympia. In unserer Serie nehmen wir diesmal unsere Beachvolleyball-Patin Laura Ludwig unter die Lupe. Ihre Teilnahmen am Schulsportwettbewerb bezeichnet sie als Highlights ihrer Schulzeit. Zwei Jahrzehnte später gilt die 35-Jährige als erfolgreichste deutsche Beachvolleyballerin aller Zeiten und wurde 2020 von Sportkolleg*innen und Fans zur „Sportlegende des Jahrzehnts“ gewählt. Ans Aufhören denkt Ludwig, die 2018 eine Babypause eingelegt hatte, aber (noch) nicht. Nächstes großes Ziel: die Olympischen Spiele in Tokio.

Von Kai Gemeinder

Man muss schon ein ausgewiesener Beachvolleyballexperte sein, um alle Erfolge von Laura Ludwig aufzählen zu können. Wir beschränken uns hier auf die Nennung der wichtigsten: U18 Welt- und Europameisterin 2003, U23 Europameisterin 2006, viermalige Europameisterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin zwischen 2008 und 2017. Die frühesten Erfolge feierte Ludwig an der Seite von Jana Köhler, zwischen 2004 und 2012 war Sara Goller ihre Partnerin. Danach avancierte Ludwig mit Kira Walkenhorst zum besten Beachvolleyball-Duo der Welt. Als erstes deutsches Frauenteam überhaupt gewannen sie Titel bei Olympischen Spielen (2016) und Weltmeisterschaften (2017). Weil Walkenhorst mittlerweile ihre Karriere beendet hat, bildet Ludwig seit 2019 mit Maggie Kozuch ein Team. Nach holprigem Start kamen sie immer besser in Schwung und sicherten sich am Ende ihrer ersten gemeinsamen Saison den Sieg beim World Tour Finale in Rom. Derzeit bereiten sich beide akribisch auf die Olympischen Spiele in Tokio vor, die im Sommer 2021 stattfinden sollen.

Der Grundstein für die genannten Erfolge wurde früh beim Köpenicker SC gelegt. Mit acht Jahren begann Laura Ludwig dort 1994, Volleyball zu spielen. Als die Berlinerin fünf Jahre später Beachvolleyball für sich entdeckte, war die Disziplin noch nicht Bestandteil von Jugend trainiert für Olympia. Deshalb nahm Ludwig mehrmals als Schülerin der Flatow Oberschule im Hallen-Volleyball am Schulsportwettbewerb teil. Dass sie sich seit 2018 als Beachvolleyball-Patin für „Jugend trainiert“ engagiert, begründet sie mit ihren eigenen Erfahrungen beim Wettbewerb.

„Man lernt fürs Leben. Sport verbindet, Sport integriert. Deshalb ist ‚Jugend trainiert‘ so wichtig.“

„Die Patenschaft bei ‚Jugend trainiert‘ habe ich übernommen, um junge Talente zu inspirieren“, sagt Ludwig und fährt fort: „Ich habe auch als kleine Schülerin im Volleyball angefangen, mit meinen eigenen kleinen Zielen. An Olympia hab ich damals noch gar nicht gedacht. Aber ich hatte Spaß am Machen und Tun, am sportlichen Wettbewerb. Daran, mich mit meinem Team gegen andere vom Qualifikationsturnier über das Landesfinale bis zum Bundesfinale durchzusetzen. Ich finde es cool, dass man bei ‚Jugend trainiert‘ mehrere Etappenziele erreichen kann und sich so Schritt für Schritt weiterentwickelt. Wie wir einmal mit der Flatow Oberschule im Berliner Landesfinale das große Coubertin-Gymnasium geschlagen haben, werde ich nie vergessen. Das war ein Höhepunkt meiner Schullaufbahn. Und sollte der Erfolg einmal ausbleiben, kann man es im nächsten Jahr wieder versuchen. Jugend trainiert für Olympia & Paralympics ist für sportbegeisterte junge Menschen einfach ein Riesending. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn man es bis zum Bundesfinale schafft, trifft man Sportlerinnen und Sportler aus anderen Bundesländern und kann sich austauschen. Und miteinander messen. Es ist wie eine Deutsche Meisterschaft, nur eben für Schulen, statt Vereine. Für mich war das immer ein richtig cooles Highlight im Schuljahr.“

Laura Ludwig hofft, dass die Pandemie bald überwunden ist, damit Sportunterricht und „Jugend trainiert“ in den Schulalltag zurückkehren können. Beim Wettbewerb geht es aus ihrer Sicht nicht allein um das sportliche Resultat. „Jugend trainiert“ fördere das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Schulgemeinschaft, sagt die 35-Jährige: „Als Team vertrittst du deine Schule so wie wir Spitzensportler Deutschland bei Olympia vertreten. Das trägt zum Zusammenhalt bei. Außerdem lernt man, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, sich an Regeln zu halten. Sport sorgt für Adrenalinausstöße und Freude. Das macht was mit einem. Den gesellschaftlichen Stellenwert des Sports und eines Wettbewerbs wie ‚Jugend trainiert‘ kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Und das unabhängig davon, ob man im Sport ganz groß hinaus will oder auch nicht. Man lernt fürs Leben. Sport verbindet, Sport integriert. Deshalb ist ‚Jugend trainiert‘ so wichtig. Und deshalb engagiere ich mich sehr gerne als Patin für den Wettbewerb.“

Der eigene Erfolgshunger ist noch nicht gestillt: „Ich fühle, dass da immer noch Potenzial in mir ist.“

Laura Ludwig ist Profisportlerin und Mutter eines fast dreijährigen Sohnes, der kein Einzelkind bleiben soll, es aber vorerst bleiben muss. Gerade für Frauen ist es schwierig, Sportkarriere und Familienplanung unter einen Hut zu kriegen. Der Körper ist nun mal das Kapital einer jeden Sportlerin. Und dieser verändert sich durch die Schwangerschaft. Auch wenn der Sixpack bereits Monate nach der Geburt wieder gestählt war, erinnert sich Ludwig, dass es sehr lange gedauert hat, bis sie auf dem Platz wieder die völlige Kontrolle über ihren Körper zurückerlangt hatte. Der Weg dorthin war schwierig. Für sie aber der einzig Mögliche. Zu groß sind die Leidenschaft für den Sport und die Liebe zum Beachvolleyball nach wie vor. Und auch der Erfolgshunger ist noch immer nicht gestillt. Was sie antreibt?

„Ich fühle, dass da immer noch Potenzial in mir ist, dass es noch nicht vorbei ist, und dass ich nach wie vor Bock drauf habe, auf dem Feld zu stehen und zu gewinnen. Das größte Hab und Gut für einen Sportler oder eine Sportlerin ist es, den inneren Willen zu haben, erfolgreich zu sein und zu siegen; den Willen immer besser zu werden, den Löwen in einem herauszulassen.“ Um fokussiert zu bleiben, müsse man sich kleine Ziele stecken und auf ein Großes hinarbeiten. Das große Ziel für Laura Ludwig und Maggie Kozuch ist klar definiert: „Wir wollen wieder zu Olympia und dort wettbewerbsfähig sein“, erklärt Ludwig. Für sie bedeutet das: „Ich will nicht einfach nur mitspielen, sondern immer an meiner eigenen Leistungsgrenze kratzen, um im Idealfall die Beste zu sein. Und es nagt an mir, wenn ich das nicht schaffe, nicht die Leistung abrufen kann, die ich mir selbst vorgestellt habe, und von der ich weiß, dass ich sie noch drin habe. Wir wissen, wir können ganz oben in der Weltspitze mithalten, aber wir müssen einiges dafür tun, um konstant auf höchstem Niveau zu spielen.“ 

Man darf gespannt darauf sein, wie die Erfolgsgeschichte der Laura Ludwig weitergeht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit ihr immer zu rechnen ist. Auch nach Rückschlägen kam sie stets gestärkt zurück. Mit 18 Jahren erlitt sie einen leichten Schlaganfall, Verletzungen warfen sie oder ihre jeweilige Spielpartnerin immer wieder zurück. Aufgegeben hat sie nie. 

Eine "ausgezeichnete" Sportlerin und Persönlichkeit

Nicht für ihre sportlichen Erfolge allein hat Ludwig viel Anerkennung erhalten. Auch ihr Kämpferherz und ihre positiv-verrückte Art machten sie zu einer der bekanntesten und beliebtesten Sportlerinnen Deutschlands. Sie ist Vorbild und Sympathieträgerin. Zehnmal in Folge (wenn man von der Babypause 2018 absieht) wurde Laura Ludwig von den Sportfans zur Beachvolleyballerin des Jahres gewählt. Sportartübergreifend erhielt sie von Sportjournalisten zusammen mit Kira Walkenhorst zweimal die Auszeichnung „Mannschaft des Jahres“ und 2020 würdigten Spitzensportler*innen und Fans das Duo neben Magdalena Neuner (Einzelsportlerin) und Dirk Nowitzki (Einzelsportler) als „Sportlegenden des Jahrzehnts“. 

„Das ist schon eine große Ehre. Aber ich dachte immer, Legenden sind nicht mehr lebend“, sagt Laura Ludwig lachend und ergänzt: „Jetzt bin ich also aus Sicht derjenigen, die für Kira und mich gestimmt haben, zur lebenden Legende gewählt worden. Dass wir in unserer Sportart beachtet wurden, dass unsere Erfolge einen riesen Hype ausgelöst haben, dass viele Menschen unsere Leistung irgendwie bewegt oder inspiriert hat, freut mich natürlich sehr. Wir haben unseren Sport gelebt, Leidenschaft gezeigt und sehr viel erreicht. Es ist schön, dass wir durch den Sport weitertransportieren können, dass man etwas Großes in seinem Leben erreichen kann. Egal, welche Ziele das sind.“

Beim Herbstfinale 2018 besuchte Laura Ludwig die Beachvolleyball-Wettbewerbe von "Jugend trainiert" und sorgte bei den Schülerinnen und Schülern für große Begeisterung.

Auch mit der Geschäftsführerin der Deutschen Schulsportstiftung, Friederike Sowislo, posierte Laura Ludwig im Anschluss an die "Jugend trainiert"-Pressekonferenz für ein Foto. © alle Bilder: DSSS/sampics

Noch keinen Mein JTFO Account?

Zugänglichkeit
Barrierefreiheit

Um unsere Website für Sie optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Einverstanden