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Like a rising star: Johanna Recktenwald

Heute Nacht werden in Los Angeles die Oscars vergeben. Aber die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben, wie das Beispiel von „Jugend trainiert“ und Johanna Recktenwald zeigt.

von Kai Gemeinder

Keine 48 Stunden, nachdem das neue gemeinsame Logo von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics vorgestellt wurde, gewann eine – die derzeit wie keine andere die Symbolik hinter der graphischen Neugestaltung des Logos verkörpert, ihre erste WM-Medaille.

Die Sterne und Linien der vormals getrennten olympischen bzw. paralympischen Schulsport-Logos wurden nun zu aufsteigenden Sternen, den „Rising Stars“, zusammengefügt, die sinnbildlich für den kometenhaften Aufstieg der Schultalente stehen sollen, denen im besten Fall der Weg über „Jugend trainiert“ zu einer Spitzensportkarriere gelingt.

Vielen ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbs ist dieser Schritt in der Vergangenheit bereits gelungen – aber wohl selten zuvor so schnell – oder eben kometenhaft – wie im Fall von Johanna Recktenwald.

Man muss sich das einmal vorstellen: Vor drei Jahren stand die Schülerin beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics in Schonach erstmals auf Langlauf-Skiern. Dort wurde sie als außergewöhnliches Talent von Bundesnachwuchstrainer Michael Huhn entdeckt, kam in der Folge mit Para-Biathlon in Berührung und startete gut zweieinhalb Jahre nach ihren ersten Schneeversuchen erstmals im Weltcup, wo sie als Dritte gleich viermal auf dem Podest stand.

Und nun gewann sie mit ihrem Guide Simon Schmidt, einen Tag, nachdem das Winterfinale von „Jugend trainiert“ in Nesselwang zu Ende ging, im fernen Prince George (Kanada) Bronze bei ihrem WM-Debüt über die 12,5 km Distanz im Para-Biathlon.

„Es ist ein mega Gefühl, ich bin so happy“, strahlte die 17-Jährige, die bei ihrem Wettkampf noch so kaltschnäuzig war und im Schießen viermal fehlerfrei blieb, nach dem Rennen. „Heute hat einfach alles gepasst. Natürlich stecken viel fleißiges Training und Ehrgeiz dahinter, andererseits aber auch die vielen tollen Menschen, die mich auf dem Weg von Jugend trainiert für Paralympics bis zur WM begleitet und unterstützt haben“, fuhr sie fort.

„Beispiele wie das von Johanna Recktenwald sind genau der Grund, warum wir den ganzen Aufwand mit ‚Jugend trainiert‘ überhaupt betreiben. Allein wegen ihr hat sich die Arbeit der letzten Jahre schon gelohnt und es gibt eine weitere Sportlerin, bei der sich schon jetzt abzeichnet, dass sie einen ebenso erfolgreichen Weg wird einschlagen können“, äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Behindertensportjugend, Lars Pickardt, sichtlich zufrieden.

Danach gefragt, ob sie denn Kontakt zur Louis-Braille-Schule Lebach gehabt habe, für die sie zuvor bei „Jugend trainiert“ gestartet war und die ihrerseits beim Winterfinale Silber im Skilanglauf gewann, antwortete Johanna: „Klar. Die Mädels fanden es vorher sehr traurig, dass ich wegen der terminlichen Überschneidung nicht bei ihnen dabei sein konnte, aber jetzt sind wir gegenseitig sehr stolz aufeinander.“

Schöner hätte es sich auch ein Drehbuchautor in Hollywood kaum ausdenken können. Wir sind uns sicher: Fortsetzung folgt.


Zugehörige Beiträge:

Interview:
Alles begann beim Winterfinale von "Jugend trainiert"
Video:
Portrait: Johanna Recktenwald und die Louis-Braille-Schule Lebach beim Winterfinale 2016
Artikel:
Gold für die Biathlon-Königin, Bronze fürs Küken
Präsentation:
Das neue gemeinsame Logo von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics

 

© privat (Johanna Recktenwald, Instagram)

© privat (Johanna Recktenwald, Instagram)

© Bob Frid/Canadian Paralympic Committee

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