Marlene Gomez-Göggel, Kurzdistanz-Spezialistin aus Ulm, die auch schon einige Ausflüge auf die längeren Distanzen gewagt hat, ist seit Jahren Teil des Elitekaders und ist begeistert, in eine neue Rolle zu schlüpfen:
„Ich freue mich sehr, Patin sein zu dürfen. Nach vielen Jahren als Triathletin im Nachwuchsleistungssport und Spitzensport weiß ich, dass Sport mehr ist als nur Medaillen und Podestplätze. Natürlich geht es um Leistung und Ziele, aber gleichzeitig vor allem auch um Gemeinschaft, den Prozess und das Gefühl, etwas aus eigener Kraft erreicht zu haben, unabhängig von der Platzierung auf dem Papier. Kinder brauchen Leitbilder und Träume. Nur wenige Sportlerinnen und Sportler landen am Ende im Profisport, aber wenn man es schafft, regelmäßige Bewegung von Kindheit an im Alltag als etwas Wertvolles zu etablieren, dann ist das wohl die größte und nachhaltigste Errungenschaft.“
Dass dazu der Schulsport einen wichtigen Beitrag leistet, weiß die 32-Jährige aus eigener Erfahrung. Die Ulmerin hat selbst ihre Schule im Triathlon als auch Langlauf bis auf Landesebene vertreten: „Schulsportwettbewerbe verbinden Leistung und Sport auf spielerische Art und Weise und machen oft Lust auf mehr. Sie sind genau das richtige Sprungbrett, um Motivation zu schöpfen, die dann oft auch in andere Lebensbereiche ausstrahlt: besseres Wohlbefinden, bessere Schulnoten, ein Gefühl der Selbstwirksamkeit.“
Die Vize-Europameisterin von 2024 weiter: „Ich denke gerne an diese Erfahrungen mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern zurück. Es hat zwar nie bis nach Berlin gereicht, aber umso schöner ist es, in diesem Jahr als Patin beim größten Schulsportwettbewerb Deutschlands dabei zu sein.“
Max Gelhaar hat zu seinem eigenen Bedauern nie als Schüler an den „Jugend trainiert“-Wettbewerben teilgenommen. Denkbar gewesen wäre es zwar – denn bis zum Ende seiner Schulzeit war der inzwischen 27-Jährige Schwimmer, und Para Schwimmen zählt – im Gegensatz zu Para Triathlon – bekanntlich zu den Programmsportarten von „Jugend trainiert“. Allerdings sei er am Landesgymnasium für Sport Leipzig anfangs der einzige und später einer von ganz wenigen Para Sportlern gewesen, weshalb an der Sport-Eliteschule kein Para Schwimmteam zustande gekommen sei.
Dafür freut sich der Silbermedaillengewinner der Paralympics 2024 und Vize-Weltmeister von 2023 umso mehr, nun in der Rolle des Paten Teil der „Jugend trainiert“-Familie zu werden. Dass olympische und paralympische Talente beim Schulsportwettbewerb ein gemeinsames Bundesfinale erleben, findet er vorbildlich. „Sonst wird viel über Inklusion geredet. Hier lebt man sie“, lobt Max Gelhaar.
Triathlon hat sich dabei in der Vergangenheit als besonders inklusive Sportart hervorgetan. Beispielsweise ging 2022 für die Poelchau-Schule Berlin Paula Pichier, eine gehörlose Schwimmerin, an den Start. Dass Talente mit Handicap auch in den olympischen Sportarten vertreten sind, ist dabei kein Einzelfall. Beim letztjährigen Herbstfinale waren im olympischen Bereich etwa ein blinder Judoka und ein Tischtennisspieler mit einer Fehlbildung der rechten Hand Leistungsträger ihrer Teams. Das begeistert Max Gelhaar, der 2016 vom Schwimmen zum Triathlon gewechselt ist und 2017 sein internationales Debüt feierte. „Die Kids lernen sich kennen und können gegenseitig voneinander lernen. Außerdem hilft der Sport, Hürden im Kopf abzubauen“, sagt der Top-Athlet, der von Geburt an durch eine spastische Hemiparese auf der linken Körperseite gehandicapt ist.
Wünschen würde er sich, dass der Para Bereich bei „Jugend trainiert“ weiter wächst und noch viel mehr Menschen mit Behinderung von diesem Wettbewerb erfahren. „Wir müssen dafür in den Schulen mehr Werbung machen“, glaubt der Leipziger. „Das Wichtigste ist, die Kinder zum Sport zu motivieren. Ums Gewinnen geht es mir dabei gar nicht. Hauptsache, sie bewegen sich.“
Er selbst bewegt sich für seinen Sport in Hochzeiten etwa 20 Stunden pro Woche – neben dem 38-Stunden-Fulltime-Job als Instandhaltungskoordinator in der Energieversorgung. Aber das macht ihm nichts aus. Ausdauererprobt ist man ja schließlich als Triathlet. Deshalb ist Max Gelhaar auch gerne bereit, sich zusätzlich als Triathlon-Pate bei Jugend trainiert für Olympia & Paralympics zu engagieren.
Infos und News zum Herbstfinale 2025 befinden sich hier.
Quelle (Text zu Marlene Gomez-Göggel): Deutsche Triathlon Union











