Die chinesische Hauptstadt setzte sich mit 44:40 Stimmen gegenüber den einzigen Mitbewerber Almaty in Kasachstan durch. Beide Bewerber waren umstritten. Neuer Markt statt Wintersporttradition, künstlicher Schnee statt natürliches Bergpanorama, weite Entfernungen statt kurze Wege, Menschenrechte und Pressefreiheit, vielfältig sind Kritikpunkte an dieser Entscheidung.
Schwierig, wenn sich nur zwei Bewerber der Wahl stellen. Durch eine kritische Sicht auf Großveranstaltungen und Internationalen Sportorganisationen und die damit zusammenhängende fehlende Zustimmung der Bevölkerung war eine Kandidatur von traditionellen Wintersportorten nicht möglich. München, Oslo, Stockholm bewarben sich nach gescheiterten Volksbefragungen erst gar nicht.
Wenn man zukünftig Veränderung will, dann muss man handeln. Beim IOC hoffentlich mit der raschen Umsetzung der Agenda 2020, aber auch in den Ländern, in denen die Entscheidung über die Winterspiele 2020 mit kritischen Kommentaren begleitet worden ist. Veränderung bedeutet auch Beteiligung an diesem Prozess.
In Deutschland besteht dazu mit der Hamburger Bewerbung um die Sommerspiele 2024 eine neue Gelegenheit. Darauf verwies auch DOSB Präsident Alfons-Hörmann in seinem Statement zur Wahl von Peking als Gastgeber der Winterspiele 2022.
Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, zeigte sich überrascht von der Vergabe der Olympischen und Paralympischen Winterspiele an Peking. „Etwas verwundert bin ich hinsichtlich der Wahl für Peking aufgrund der Tatsache, dass die räumliche Nähe der Wettkampfstätten bei weit über 100 Kilometern Entfernung nicht gegeben ist.“ Er glaubt, dass „hinsichtlich der Nachteile beider Bewerberstädte Deutschland mit München wohl eindeutiger Sieger gewesen wäre, wenn die Bevölkerung uns im Rennen nicht in Stich gelassen hätte.“
In Deutschland besteht dazu mit der Hamburger Bewerbung um die Sommerspiele 2024 eine neue Gelegenheit. Darauf verwies auch DOSB Präsident Alfons-Hörmann in seinem Statement zur Wahl von Peking als Gastgeber der Winterspiele 2022.
„Die heute getroffene Entscheidung unterstreicht nochmals die Bedeutung der Agenda 2020. Diese wird erstmals im Bewerbungsverfahren für den Ausrichter der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 volle Anwendung finden. Dies bietet die Chance, der globalen Verantwortung von Sportorganisationen einerseits und des Ausrichters der Spiele andererseits gerecht zu werden. Wir werden gemeinsam mit der Stadt Hamburg der Weltfamilie des Sports ein Angebot machen, das die Wegmarken für eine nachhaltige und positive Stadtentwicklung setzt, aber auch die Risiken einer solchen Veranstaltung aktiv aufgreift.
Hamburg als ‚Tor zur Welt‘ soll zum ‚Tor für die Welt‘ werden – nachhaltig, offen für alle und begeistert von der Idee der friedlichen Begegnung der Menschen bei Olympischen und Paralympischen Spielen.“
Die Entscheidung für Peking 2022 ist sicher keine in die Zukunft tragende Perspektive der olympischen Idee, aber eine gute Gelegenheit zukünftig mit verändertem Handeln zu neuen Ufern aufzubrechen. Die Entscheidung für Peking 2022 ist sicher keine in die Zukunft tragende Perspektive der olympischen Idee, aber eine gute Gelegenheit zukünftig mit verändertem Handeln zu neuen Ufern aufzubrechen.
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Quelle SID/Handelsblatt/DOSB








