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Skispringen, wie funktioniert das überhaupt?

Am heutigen Dienstag beginnen die Wettkämpfe im Skispringen. Rund 70 Schüler*innen zwischen neun und elf Jahren kämpfen um den begehrten Bundessiegertitel von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics. Mutig werden sich die Nachwuchstalente die Schülerschanze in Schönwald runterstürzen und versuchen, Bestweiten zu erzielen. Doch bedeutet die beste Weite auch den Sieg? Nicht unbedingt!

Damit ihr so richtig für eure Schule mitfiebern könnt, bringen wir euch hier das kleine Einmaleins im Skispringen bei.

Wie viele Durchgänge gibt es bei einem Skisprung-Wettbewerb?

In einem Wettkampf haben die Skispringer*innen im Normalfall zwei Wertungsdurchgänge, die miteinander addiert über den Sieg entscheiden. Die Gesamtpunktzahl aus einem Durchgang ergibt sich aus Weiten- und Haltungspunkten.

Wie wird die Gesamtpunktzahl errechnet?

Für die Ermittlung der Weitenpunktzahl wird der Kalkulationspunkt der Schanze benötigt, dieser liegt bei unserer Schülerschanze in Schönwald bei 20m. Große Schanzen haben einen K-Punkt (Konstruktionspunkt) von 90m oder sogar 120m, meistens durch eine rote Linie dargestellt. Für den Sprung genau auf den sogenannten K-Punkt erhält der Springer 60 Weitenpunkte. Wenn die Schüler*innen über diese Markierung hinausspringen, erhalten sie pro Meter Zusatzpunkte, springen sie kürzer, gibt es Punktabzüge.Auf der Schanze in Schönwald sind das 2,4 Punkte pro Meter. Die Weite wird anders als beim Weitsprung nicht am hinteren Teil des Fußes bzw. Körpers, sondern an der Mitte zwischen den Füßen gemessen.

Zu den Weitenpunkten werden die Haltungspunkte addiert. Eine Jury, bestehend aus drei bis fünf Mitgliedern, vergibt Noten für die Kategorien: Flug, Landung und Ausfahrt. Von der Idealnote 20,0 werden in jeder Kategorie zwischen 0 und 5 Fehlerpunkten abgezogen. Lediglich in der Gruppe Ausfahrt werden 7 Punkte in 0,5er-Schritten abgezogen. Bei fünf Wertungen wird die niedrigste und höchste gestrichen. Zu den Weitenpunkten werden stets drei Wertungen für die Haltung addiert. Das verstehe ich immer noch nicht. Vielleicht einfach streichen, wenn das nicht erklärt wird.

Aus zwei Wertungsdurchgängen ergibt sich dann eine Gesamtpunktzahl. Zusammengefasst bedeutet dies also:

(Weitenpunkte + Haltungspunkte Durchgang 1) + (Weitenpunkte + Haltungspunkte Durchgang 2)

= Gesamtpunktzahl

Wie kommt beim Bundesfinale Skisprung ein Mannschaftsergebnis zustande?

Das Mannschaftsergebnis wird aus dem Einzel- und dem Teamwettbewerb ermittelt. In der Regel besteht eine Mannschaft aus sechs Schüler*innen. Jedoch werden im Einzel nur die besten fünf der sechs gemeldeten Springer*innen in die Wertung aufgenommen. Die Punkte jedes Springers in den beiden Durchgängen werden wie oben angeführt aus den Weitenpunkten und den Haltungsnoten zusammengesetzt. Um die Gesamtpunktzahl eines Athleten zu ermitteln werden beide Durchgänge addiert. Die Punktzahlen der fünf Besten werden zusammengerechnet und ergeben nach dem ersten Tag den Zwischenstand der Mannschaftswertung. Am zweiten Wettkampf-Tag steht das Teamspringen auf dem Programm. Dadurch, dass jede Schule sechs Springer am Start hat, werden jeweils zwei Teams à drei Schüler*innen gebildet – Team I und Team II. Erneut absolviert jeder Springer zwei Durchgänge und am Ende werden die Punkte jedes Springers innerhalb eines Teams zusammengerechnet. Um das Mannschaftergebnis zu komplettieren wird die erzielte Punktzahl des bestplatzierten Teams einer Schule im Teamwettbewerb zu den Punkten der besten fünf Athleten im Einzel vom Vortag, addiert. Am Ende gewinnt die Schule, die nach dem Einzel- und dem Teamwettbewerb die meisten Punkte auf dem Konto hat.

Zusammengefasst bedeutet dies also:

Gesamtpunktzahl Einzelwettbewerb = Gesamtpunktzahl* Springer 1 + Gesamtpunktzahl Springer 2 + Gesamtpunktzahl Springer 3 + Gesamtpunktzahl Springer 4 + Gesamtpunktzahl Springer 5

Gesamtpunktzahl Teamwettbewerb = Gesamtpunktzahl* Springer 1 + Gesamtpunktzahl Springer 2 + Gesamtpunktzahl Springer 3

Mannschaftsergebnis = Gesamtpunktzahl Einzelwettbewerb + Gesamtpunktzahl Teamwettbewerb

*(Weitenpunkte + Haltungspunkte Durchgang 1) + (Weitenpunkte + Haltungspunkte Durchgang 2) = Gesamtpunktzahl

Welche Ausrüstung benötigt man beim Skispringen?

Neben dem Bewertungssystem im Skispringen spielt die Ausrüstung der Skispringer*innen eine große Rolle. Die Grundausrüstung besteht aus speziellen Sprungskiern und einem Schutzhelm. Die Länge der Skier ist dabei abhängig von der Größe und dem Gewicht des Springenden und wird vom Body-Mass-Index abgeleitet. Bei einem BMI unter 20,5 inklusive Anzug und Schuhen müssen kürzere Skier benutzt werden, was ein Nachteil ist. Auch der Einteiler muss gewisse Normen erfüllen und darf den festgelegten Luftdurchlässigkeitswert nicht überschreiten. Ebenfalls ist das Tragen einer Startnummer Pflicht. Bei Nicht-Beachtung einer dieser Regeln kommt es zur Disqualifikation.

Wie weit kann ein Skispringer fliegen/springen?

Die Nachwuchstalente werden am heutigen Tag auf der Schülerschanze in Schönwald um die besten Weiten kämpfen und versuchen, den Schanzenrekord (Jungen: 24 Meter, Mädchen: 23 Meter) zu verbessern.Verschiedene Teilnehmer haben schon Erfahrungen auf einer größeren Schanze gesammelt. Auf der Mittelschanze (50-84 Meter) gelingt es einigen schon Weiten bis an die 75 Metermarke zu springen. Im Vergleich zu den Weiten der Profis haben die Schüler*innen noch einen weiten Weg vor sich, aber bekanntlich macht Übung den Meister. Die Profis springen bis zu 253,5 Meter wie der Österreicher Stefan Kraft auf der größten Skiflugschanze der Welt im norwegischen Vikersund. Auch Markus Eisenbichler (Deutschland) hat mit 248 Metern in Planica (Slowenien) schon seine Flugqualitäten unter Beweis gestellt.

Bei solchen extremen Weiten, aber auch auf normalen Sprungschanzen, steht vor allem die Gesundheit der Athleten im Vordergrund. Deswegen wurde die sogenannte Hillsize Linie eingeführt. Im Falle des Überspringens der Linie wird eine Anlaufverkürzung in Erwägung gezogen. Die Linie ist rot gekennzeichnet.

Wer ist der bekannteste deutsche Skispringer?

Die Fragen nach dem bekanntesten deutschen Skispringer aller Zeiten lässt sich nicht so einfach beantworten. Neben den Aktiven wie z.B. Markus Eisenbichler oder Karl Geiger, die in der jüngeren Vergangenheit auf sich aufmerksam gemacht haben, fallen immer wieder zwei große Namen der Vergangenheit: Jens Weißflog und Sven Hannawald. Hier haben wir einen kleinen Überblick und die größten Erfolge der beiden genannten Athleten zusammengestellt:

Name:

Jens Weißflog

Sven Hannawald

Geburtsdatum:

21. Juli 1964

9. November 1974

Geburtsort:

Steinheidel-Erlabrunn, DDR

Erlabrunn, DDR

Größe:

1,70m

1,84m

Verein:

SC Traktor Oberwiesenthal / Oberwiesenthaler SV 1990

SC Hinterzarten

Karriereende:

1996

2005

Persönliche Bestweite:

201m (Bad Mitterndorf)

220m (Planica)

Weltcupsiege im Einzel:

33

18

Weltcupsiege im Team:

1

1

Sieg im Gesamtweltcup:

1

2

Vierschanzentournee-Gesamtsiege:

4

1

Olympische Spiele:

3x Gold, 1x Silber

1x Gold, 2x Silber

Weltmeisterschaften:

3x Gold, 4x Silber, 4x Bronze

2x Gold, 1x Silber, 1x Bronze

Deutsche Meisterschaften:

5x Gold, 1x Silber

3x Gold, 1x Silber

Wenn man die Erfolge zusammenzählt, ist sicherlich Jens Weißflog unangefochten die deutsche Nummer 1. Dafür gelang Sven Hannawald Historisches: Er war weltweit der erste Skispringer, dem es gelang, bei der Vierschanzentournee alle vier Springen für sich zu entscheiden. Entscheidet selbst, wen ihr besser findet.

st & je 

alle Bilder © DSSS/sampics

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