Von Kai Gemeinder
„Ich glaube, ich darf aus dem Nähkästchen plaudern, und darf sagen, dass wir uns diese Woche geeinigt haben, dass nächstes Jahr vom 21. bis 25. Februar Schonach wieder Gastgeber sein wird für das Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“, gab OK-Chef Frey die frohe Kunde bekannt. Mit „wir“ meinte er neben seiner Gemeinde das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Schulsportstiftung (DSSS). Strahlend rief er den Schülerinnen und Schülern zu: „Wir freuen uns jetzt schon, wenn ihr nächstes Jahr wiederkommt.“
Frei nach Sepp Herberger könnte man sagen: Nach dem Winterfinale ist vor dem Winterfinale. 2026 war nach dem Winterfinale aber auch vor den Winter-Paralympics. Das wurde im Laufe des Abends mehrfach deutlich. Zunächst bekamen die Sporttalente auf dem großen Screen der Seebühne einen Trailer zu den Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina gezeigt, in dem auch einige der besten deutschen Para Athletinnen und Athleten in Aktion zu sehen waren.
Später schickten andere Teammitglieder Grußbotschaften. Para Ski nordisch-Patin Johanna Recktenwald, deren Spitzensportkarriere vor zehn Jahren beim Winterfinale 2016 in Schonach ihren Anfang nahm, gratulierte den Teilnehmenden des Winterfinales zusammen mit Guide Emily Weiss zu den erbrachten Leistungen und schickte ein „macht weiter so“ hinterher.
Slalom- und Riesenslalom-Fahrerin Maya Fügenschuh und ihr Guide Johanna Holzmann, die wiederum Ski-Alpin-Patin bei „Jugend trainiert“ ist, baten darum, ihnen die Daumen zu drücken und hatten ebenfalls viel Lob und motivierende Worte für den Wintersportnachwuchs übrig. „Hut ab, was ihr die letzten Tage geleistet habt“, sagte Johanna Holzmann, worauf die 17-jährige Maya Fügenschuh erwiderte: „Egal, welche Platzierungen ihr jetzt gemacht habt. Ihr habt alle euer Bestes gegeben und ich finde, da könnt ihr echt stolz auf euch sein.“ (Hier geht's zur Aufzeichnung der gesamten Abschlussfeier.)
Bayern räumt die meisten Bundessiege und Medaillen ab
Und damit zurück zum sportlichen Teil des Winterfinales. In vier Sportarten und acht Wettkampfklassen wurden im Schwarzwald Bundessieger-Teams ermittelt. Während in den beiden Alpin-Wettbewerben sowie im Skispringen Schulen aus Bayern die Titel holten und dreimal Silber gewannen, verteilten sich die Bundessiege im Skilanglauf und Para Ski nordisch auf fünf verschiedene Bundesländer. Je einmal triumphierten Schulen aus Bayern, Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Medaillen gewannen außerdem Schulen aus NRW, Berlin, Hessen, Niedersachsen und dem Saarland. Hier geht’s zur Liste der Schulen und zehn Bundesländer, die es aufs Podest geschafft haben. Alle weiteren Platzierungen sind in der Schulsport-Arena aufgelistet.
Wie jedes Bundesfinale hatte auch die Jubiläumsausgabe „50 Jahre Winterfinale“ neben spannenden Wettbewerben ebenso spannende Geschichten zu bieten. So schickte Hessen erstmals überhaupt ein Ski Alpin-Team ins Rennen, das einen beachtlichen fünften Platz belegte. Über deutlich mehr Winterfinal-Erfahrung verfügt Familie Stellmacher aus Lippstadt: Vier Töchter haben Mutter Jennifer und Vater Gavin. Alle vier nahmen im Laufe der letzten zehn Jahre für das Regionalteam NRW an den Bundesfinalveranstaltungen von „Jugend trainiert“ teil. Die Jüngste, Anni, erlebte in Schonach ihr viertes und letztes Finale und führte ihr Team auf den vielumjubelten Bronzerang. Der Sprung aufs Podest war zuvor auch schon zwei ihrer Schwestern gelungen.
Ein wunderbares Zeichen für Inklusion setzte das Regionalteam Niedersachsen, das mit Nomine Fabian eine Monoskifahrerin ins Rennen schickte. Die Zwölfjährige, die letztes Jahr noch außer Konkurrenz „Jugend trainiert“-Luft geschnuppert hatte, ist damit die erste offizielle Starterin mit Handicap in einem alpinen Wettbewerb von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics.
Nomines Ziel sind die Paralympischen Winterspiele in vier Jahren. Diese nehmen auch einige Schülerinnen und Schüler im Para Ski nordisch ins Visier. Und hier gibt es weitere gute Nachrichten: Im Förderschwerpunkt Sehen/Körperliche und motorische Entwicklung sowie im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung nahmen 2026 wieder mehr Teams teil als zuletzt. Die Anzahl wuchs gegenüber 2025 von sechs auf elf. Zusätzlich durften mit Moana Schöll und Johannes Rank erneut zwei Jugendliche an den Start gehen, die zwar an ihren Schulen kein Para Team zusammenbekommen, denen aber aufgrund ihres Leistungsvermögens beste Chancen auf eine erfolgreiche Wintersportkarriere vorausgesagt werden. Um ihnen – jenseits der Teamwertungen – einen attraktiven Wettbewerb auf nationaler Ebene zu bieten, wurde den beiden Top-Talenten ein Sonderstartrecht eingeräumt.
Prominente Unterstützung für den Sportnachwuchs
Hoch ist die Talentdichte auch beim Skispringen, wie Fabian Rießle, Olympiasieger in der Nordischen Kombination, bei seinem Besuch an der Schanze feststellte. „Ich bin echt begeistert von diesem Bundesfinale – wie viele Kinder hier sind, wie das angenommen wird“, staunte er. Zusammen mit Skisprung-Patin Ramona Straub hatte Rießle die Siegerehrung an der Schülerschanze in Schönwald vorgenommen.
Neben diesen beiden Vorbildern waren noch Judo-Pate Alexander Wieczerzak, Para Tischtennis-Pate Jochen Wollmert und Basketball-Patin Finja Straube zum Winterfinale gekommen. Vom Multisportevent und Sportnachwuchs beeindruckt zeigte sich auch Mareike Miller. Die Paralympicssiegerin im Rollstuhlbasketball ist DBS-Athletensprecherin und Präsidiumsmitglied bei Athleten Deutschland sowie im DOSB und verbrachte drei Tage beim Winterfinale.
Gerne gekommen wäre außerdem Daniela Maier, die bei den Olympischen Winterspielen 2026 im Skicross Gold gewonnen hatte. Aufgrund ihres vollen Terminkalenders und der noch laufenden Saison konnte die gebürtige Schwarzwälderin, die im Skiclub Urach das Skifahren erlernt hat, nicht zur Abschlussfeier kommen, schickte aber ebenfalls eine Grußbotschaft. Darin gab sie dem Nachwuchs den Ratschlag: „Probiert sämtliche Sportarten aus. Genießt das. Findet die Sportart, die euch am meisten Spaß macht. Und dann könnt ihr es ganz, ganz weit bringen.“
Am Abschlussabend des Winterfinales 2026 stand, nachdem alle Siegerteams auf der Seebühne geehrt worden waren, aber erstmal Feiern und Tanzen auf dem Programm. Dazu lud die DB Après-Ski-Party ein, die mit einer spektakulären Lasershow eröffnet wurde und das Ende des Jubiläumsfinales einläutete.
Highlightfilm zeigt die besten Momente in zweieinhalb Minuten
Was Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg, Vorsitzende der Sportministerkonferenz und Vorsitzende der DSSS-Stiftungsversammlung, über die Nachwuchstalente und Atmosphäre bei „Jugend trainiert“ gesagt hat, verraten wir in unserem Highlightfilm.
Du kannst nicht genug bekommen vom Winterfinale 2026? Kein Problem: Weitere Infos, Artikel, Bilder und Videos findest du hier:
Alles auf einen Blick: das Winterfinale Schonach 2026
Mediathek mit allen Bildern unserer Profis von sampics
Kurze Filme und Reels unseres VJ-Teams auf YouTube
Die Insta-Stories vom Winterfinale
„Jugend trainiert” auf Instagram, TikTok und Facebook
Vorbericht zum Winterfinale 2026
50 Jahre Winterfinale - Sporttalente eingetroffen
Die „Jugend trainiert"-Geschichte der Familie Stellmacher
Splitter vom Winterfinale aus Schonach
Nach dem Winterfinale ist vor den Paralympics: „Jugend trainiert"-Talente in Norditalien



















