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Die Deutsche Schulsportstiftung (DSSS) fördert den außerunterrichtlichen Schulsport und ist seit ihrer Gründung im Jahr 1999 Träger und Veranstalter des bundesweiten Schulwettbewerbs von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics.

Zuvor zeichneten eine Privatinitiative (1969 bis 1972), eine Trägergemeinschaft (1973 bis 1991) und ein eingetragener Verein (1992 bis 1999) für den Wettbewerb verantwortlich. Genaueres zur Struktur und Entwicklung von „Jugend trainiert“ kann hier nachgelesen werden.

Sitz der Deutschen Schulsportstiftung ist das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Thouretstraße 6, 70173 Stuttgart.

Die Stiftungsversammlung setzt sich zusammen aus den Kultusminister*innen der Länder und den Präsident*innen des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Deutschen Sportjugend, des Deutschen Behindertensportverbands, der Deutschen Behindertensportjugend sowie der am Wettbewerb teilnehmenden Sport-Spitzenverbände. Auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens können in die Stiftungsversammlung berufen werden, deren Vorsitzende derzeit Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg, ist.

Zu den Zielen der DSSS gehört, möglichst vielen Schüler*innen Erfahrungen in Wettkampfsportarten zu vermitteln und Werte wie Fairness, Teamgeist und Einsatzfreude erfahrbar zu machen.

Die Veranstaltungen sind ein Begegnungsfeld für Schüler*innen aller Schulformen mit und ohne Behinderung.

Die Wettbewerbe gelten aber auch als „Talentschmieden“, in denen erfolgreiche Spitzenathlet*innen bereits während ihrer Schulzeit wertvolle Sporterfahrungen sammeln konnten. An Jugend trainiert für Olympia teilgenommen haben neben vielen anderen: Heike Henkel, Boris Becker, Michael Groß, Andreas Thiel, Frank Busemann, Angelina Grün, Natascha Keller, Timo Boll, Rainer Schüttler, Maria Höfl-Riesch, Felix Neureuther, Michael Greis, Holger Glandorf und David Storl.

Geschäftsstelle
Deutsche Schulsportstiftung

Olympiapark Berlin
Hanns-Braun-Straße / Adlerplatz
14053 Berlin

Telefon: 030/370 273 40
Telefax: 030/370 273 42
E-Mail: geschaeftsstelle@remove-this.deutscheschulsportstiftung.de

Geschäftsführerin

Friederike Sowislo
Telefon: 030/370 273 41

E-Mail: friederike.sowislo@remove-this.deutscheschulsportstiftung.de

JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA & PARALYMPICS

Der Bundeswettbewerb der Schulen Jugend trainiert für Olympia & Paralympics ist mit ca. 800.000 teilnehmenden Schüler*innen pro Jahr der weltgrößte Schulsportwettbewerb.

“Jugend trainiert“ bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, bereits im schulischen Rahmen Wettkampferfahrung zu sammeln, vermittelt dabei positive Werte wie Fairness, Teamgeist und Einsatzfreude und motiviert die Teilnehmer*innen im besten Fall zum lebenslangen Sporttreiben. 

Jugend trainiert für Olympia & Paralympics hat außerdem das Ziel, Talente zu entdecken, und dient als Sprungbrett vom Schulsport zu Training und Wettkampf im Sportverein und -verband. 

Weil Vorbilder (auch) im Sport wichtig sind, werden den Nachwuchstalenten immer wieder Begegnungen mit Spitzensportler*innen ermöglicht, die zum Teil selbst in ihrer Schulzeit am Wettbewerb teilgenommen und später Olympiasiege oder Weltmeisterschaftstitel errungen haben. 

Der Blick in die Vergangenheit zeigt also: „Jugend trainiert“ begeistert Jahr für Jahr Hunderttausende, sichtet und fördert aber gleichsam auch die Olympioniken von morgen. 

Während Jugend trainiert für Olympia 2019 bereits auf seine 50-jährige Geschichte wird zurückblicken dürfen, kann bei Jugend trainiert für Paralympics noch von einer jungen Erfolgsstory gesprochen werden: 

2010 und 2011 fanden Pilotveranstaltungen für Schüler*innen mit Behinderung statt, 2012 folgte das erste offizielle Bundesfinale. Und seit 2013 werden die drei Bundesfinalveranstaltungen von Jugend trainiert für Olympia und Jugend trainiert für Paralympics jeweils zur selben Zeit und am selben Ort ausgetragen, wodurch der inklusive Charakter des gemeinsamen Veranstaltungsformats zum Ausdruck kommt.

Der Bundeswettbewerb der Schulen findet jährlich unter der Schirmherrschaft des amtierenden Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland statt, wobei derzeit in 21 Sportarten die besten Schulen Deutschlands ermittelt werden.

"Unser Wettbewerb kann einen wertvollen Beitrag leisten"

Dr. Thomas Poller wurde am 28. September 2020  kurz vor dem Aktionstag mit dem Motto #gemeinsambewegen und mitten in der Corona-Pandemie zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Schulsportstiftung gewählt. 

Der 67-Jährige ist im Erzgebirge aufgewachsen, hat Sport und Deutsch an der PH Zwickau studiert und als Lehrer im brandenburgischen Luckenwalde gearbeitet, ehe er 1991 in die Berliner Senatsverwaltung wechselte, wo er sich fortan bis zum Renteneintritt im Jahr 2018 schwerpunktmäßig mit den Themen Bildung und Schulsport beschäftigte. 
Von 2002 bis 2018 war der passionierte Mittel- und Langstreckenläufer, Fußballer und Skisportler zudem Organisationsleiter der Bundesfinalveranstaltungen von „Jugend trainiert“ und im letzten Jahrzehnt seiner Berufstätigkeit stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schulsportstiftung. Kaum einer kennt sich im Schulsport und bei „Jugend trainiert“ besser aus als Dr. Thomas Poller. Nun ist er zurück und gewillt, einiges zu bewegen.
Gut einen Monat nach seiner Amtsübernahme unterhielt sich der Vater zweier Kinder ausführlich mit Kai Gemeinder, dem er 2009 die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit bei den Bundesfinals übertragen hatte und der bis heute freiberuflich für die Deutsche Schulsportstiftung als Journalist tätig ist.

Lieber Thomas, willkommen zurück. Lass uns kurz in die Vergangenheit schauen. Wann bist du mit „Jugend trainiert“ erstmals in Berührung gekommen?


Ich habe bereits von „Jugend trainiert“ gehört und mich dafür interessiert, als ich als Sportlehrer in Luckenwalde Schülerinnen und Schüler meiner Schule auf die „Kreisspartakiade“ vorbereitet habe. Ich fand den Namen Jugend trainiert für Olympia spannend, motivierend und zielführend. Nach der Wende war es für mich schon ein ganz besonderer Moment, als ich schulsportliche Wettbewerbe in Berlin verantwortlich organisieren durfte – und das auch noch im Olympiastadion. Der Gedanke daran erzeugt bis heute Gänsehaut bei mir. Es ist eine glückliche, persönliche Erinnerung im großen Puzzle der Wiedervereinigung.

Worin bestand, unabhängig von „Jugend trainiert“, deine Aufgabe, nachdem du von der Schule in die Berliner Verwaltung gewechselt bist? 


Ich habe als Mitarbeiter in der Senatsbildungsverwaltung und in meiner Funktion als Schulsportreferent besonders meine Aufgabe darin gesehen, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern positive Erlebnisse im Schulsport zu vermitteln, die zur Motivation für das weitere persönliche Sporttreiben dienen. Und zwar ganz gleich, ob sie ihr Talent ausprobieren wollen oder Sport aus Freude und Spaß mit Freundinnen und Freunden im Verein oder individuell betreiben.

Das ging zuvor als Lehrer sicherlich leichter als in der Verwaltung vom Schreibtisch aus.


Ja, das ist leichter gesagt als getan. Aber mit Hilfe eines guten Teams in der Organisation des Berliner Schulsports und dank des großen Engagements sehr vieler Sportlehrkräfte sowie Trainerinnen und Trainer und Übungsleiterinnen und Übungsleiter aus den mit Schulen kooperierenden Vereinen, war dies möglich, und ich kann durchaus eine positive Bilanz ziehen. Maßgeblich dazu beigetragen hat dabei die hohe politische Wertschätzung des Schulsports in der Sportmetropole Berlin. Beim Mini-Marathon für die Berliner Schulen, bei den Projekten „Profivereine machen Schule“ und „Berlin hat Talent“ sowie bei einer Vielzahl von schulsportlichen Wettbewerben und nicht zuletzt unmittelbar im Berliner Schulsport können sich Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung ausprobieren, ihre sportlichen Fertigkeiten verbessern und sportliche Erfahrungen sammeln. 

Nach vielen erfolgreichen Berufsjahren bist du dann 2018 in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Was hat dich dazu bewogen, nun den Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Schulsportstiftung von Thomas Härtel zu übernehmen?


Mit etwas Abstand habe ich aus dem Ruhestand heraus die Jubiläumsfeierlichkeiten von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics 2019 aufmerksam verfolgt und mich sehr gefreut, dass unter Thomas Härtel und mit großer Unterstützung der 2018 neu eingerichteten hauptamtlichen Geschäftsstelle, für die ich fast zehn Jahre intensiv gekämpft habe, der Wettbewerb eine tolle Entwicklung vollzogen hat und positiv in die Zukunft blicken kann. 
Etwas überrascht war ich allerdings, als ich von Thomas Härtel angesprochen worden bin, ob ich mir eine Rückkehr zur Deutschen Schulsportstiftung und zum Wettbewerb vorstellen könne. Ich hatte mir bereits in meiner aktiven Zeit eine Verjüngung in den Verantwortungsbereichen der Stiftung gewünscht, was uns auch bei der Einrichtung der Geschäftsstelle gelungen ist. 
Trotzdem wollte ich mich mit meinem Wissen und der Erfahrung auch nicht vor der Verantwortung drücken und habe meine Bereitschaft in einer Zeit erklärt, als Corona noch sehr weit weg war.

Die Anfrage von Thomas Härtel kam bereits im Dezember 2019, richtig?


Ja. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und der Wettbewerb aufgrund der Corona-Einschränkungen auf regionaler und Landesebene fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die beiden Bundesfinalveranstaltungen in Berlin wurden abgesagt. In dieser Phase habe ich den Verantwortungsträgern in den Ländern und Sportverbänden meine Vorstellungen zur Zukunft des Wettbewerbs und die dafür notwendigen Anstrengungen und Arbeiten vorgetragen. 

Du hast die Schulsportstiftung also bereits Monate vor deiner Wahl zum neuen Vorstandsvorsitzenden am 28. September 2020 zu beraten begonnen.


Genau. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Thomas Härtel und den alten Vorstand, die meine Kandidatur unterstützt haben und es in dieser Zeit ermöglichten, eine Expertengruppe (Red.: hier geht es zur Expertenrunde) unter meiner Leitung einzurichten. Gemeinsam mit der Geschäftsstelle und Thomas Härtel, der über Jahrzehnte den Wettbewerb in unterschiedlichen Funktionen bis hin zum Vorstandsvorsitz maßgeblich unterstützt hat, konnten bereits im Vorfeld meiner Wahl Dinge für den Wettbewerb in diesen turbulenten Zeiten vorangetrieben werden, die für die zukünftige Entwicklung wichtig sind.

Beispielsweise hast du als Leiter der Expertenrunde die Idee des Aktionstages federführend entwickelt, ehe du am 28.09. das Amt von Thomas Härtel übernommen hast. Wie kam es zu der Idee und welche Erwartungen hattest du an den Aktionstag?


Ich bin sehr dankbar, dass sich sieben ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Sport und Schule bereiterklärt haben, die Deutsche Schulsportstiftung in Zeiten der Corona-Pandemie und darüber hinaus ehrenamtlich zu beraten. Langfristiges Ziel der Expertenrunde ist die Beratung des Vorstandes zur Weiterentwicklung und zu den Perspektiven des Wettbewerbs nach den Corona-Einschränkungen im Schuljahr 2021/2022 unter dem Leitmotiv „Jugend trainiert 2030“, einschließlich der inhaltlichen Planung der dafür notwendigen Partizipationsprozesse mit Ländern, DOSB, Sportverbänden, Sponsoren und Schulen.

Auf die Perspektiven kommen wir gleich noch zu sprechen. Wie lautete das kurzfristige Ziel?


Nachdem klar war, dass aufgrund der Corona-Pandemie auch das Herbstfinale nicht in seiner gewohnten Form würde stattfinden können, wollten wir ein Signal für „Jugend trainiert“ und den Schulsport setzen. Die Idee des Aktionstages ist gemeinschaftlich entstanden und war mit der Hoffnung verbunden, dass viele Schulen sie aufgreifen würden. Wir haben auf das Können und die Kreativität der Sportlehrkräfte gesetzt, die unter Beachtung der geltenden Gesundheits- und Hygienemaßnahmen Schulsport für ihre Schülerinnen und Schüler ermöglichen und ein Bekenntnis zum Wettbewerb „Jugend trainiert“ abgeben wollten.
Mit diesem Aktionstag wollten wir in der Öffentlichkeit und besonders auch bei den Eltern darauf aufmerksam machen, dass gerade in diesen Zeiten Bewegung und Sport für die Kinder und Jugendlichen besonders wichtig ist, und Schulsport genauso Beachtung finden muss wie Mathematik- und Deutschunterricht.

Wurden die Erwartungen und Hoffnungen aus deiner Sicht erfüllt?


Bundesweit haben sich innerhalb eines Tages 235.000 Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung am Aktionstag beteiligt. Eine beeindruckende Zahl, einmalig in der Geschichte von „Jugend trainiert“. Meine Erwartungen wurden durch das großartige Engagement der Sportlehrkräfte an über 1.200 Schulen mehr als erfüllt. Es war ein erster Schritt, aus diesen Einschränkungen heraus Öffentlichkeit zu erreichen. Dank der umfangreichen Berichterstattung konnten wir eine Medienreichweite von 345 Millionen Kontakten erzielen. Das ist schon enorm.

Abgesehen vom Engagement der Schulen und Lehrkräfte als Grundvoraussetzung: Wer hat noch zum Erfolg des Aktionstages beigetragen?


Mein Dank gilt an der Stelle vor allem der Geschäftsführerin der Deutschen Schulsportstiftung, Friederike Sowislo, und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in der Geschäftsstelle, die innerhalb kürzester Zeit und unter den Bedingungen der Sommerferien an den Schulen die Rahmenbedingungen ausgezeichnet organisiert haben. Es stimmt mich froh, auf dieses Team auch in Zukunft setzen zu können.
Gefreut habe ich mich zudem über die Unterstützung Berlins und der Deutschen Bahn als Hauptsponsor des Wettbewerbs sowie die Beteiligung der Länder an der Finanzierung des Aktionstages. Diese Bereitschaft war ebenso wichtig für den Erfolg und ein positives Signal für die Zukunft.

Apropos Zukunft: Mehr als die Hälfte aller teilnehmenden Schulen waren Grundschulen. Vom eigentlichen Wettbewerb sind diese aber in den meisten Sportarten aufgrund der Altersregelungen ausgeschlossen. Hat der Aktionstag gezeigt, dass sich „Jugend trainiert“ verjüngen muss?


Hier muss ich etwas klarstellen. Die Grundschulen waren auch in der Vergangenheit nicht vom Wettbewerb ausgeschlossen. Es gab unterschiedliche Wettbewerbe in mehreren Sportarten in Verantwortung der Bundesländer, die allerdings nicht zu einem Bundesfinale führten. Nicht erst die positiven Erfahrungen des Aktionstages haben bei der Deutschen Schulsportstiftung zu Überlegungen geführt, ein größeres Augenmerk auf den Wettbewerb im Grundschulalter und auf die regionale Ebene zu legen. Viele Kinder in diesem Altersbereich sind auf der Suche nach ihrer Sportart, andere sammeln im Schulsport erste sportliche Erfahrungen in unterschiedlichen Bewegungsfeldern. In diesem besten motorischen Lernalter wollen wir auch im Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia & Paralympics neue Akzente setzen. Eine AG „Grundschulwettbewerb“ arbeitet intensiv an einem bundesweiten, sportartübergreifenden Wettbewerb. Erste Ergebnisse wurden bereits dem Vorstand und der Expertenrunde vorgestellt. Sie sind sehr vielversprechend und ich bin gespannt auf die nächsten Schritte. Ich bin optimistisch, dass wir noch in diesem Jahr die Ergebnisse der AG, nachdem sie im Vorstand und den Kommissionen der Deutschen Schulsportstiftung erörtert wurden, auch öffentlich in den Grundschulen diskutieren werden können. 
Darüber hinaus erwarten wir im Vorstand auch Ergebnisse einer AG „Weiterentwicklung“, die sich besonders mit der Altersklassenstruktur des Wettbewerbs und den Möglichkeiten der Entwicklung von veränderten Wettbewerbsformen in den einzelnen Sportarten beschäftigt.

Was könnte das für die älteren Jahrgänge bedeuten?


Ich möchte hier bereits klarstellen: Bei allen Diskussionen geht es nicht um die Abschaffung einer Wettkampfklasse, sondern um eine stärkere Konzentration auf jüngere Jahrgänge in der Sekundarstufe I, um der Zielstellung des Wettbewerbs und den Verbandskonzeptionen zu Talentsuche und -findung gerecht zu werden. Alle Wettkampfklassen werden, vielleicht mit einer anderen Jahrgangszuordnung, erhalten bleiben. 
Man sieht, wir bleiben beim Erreichten nicht stehen, sondern suchen gemeinsam nach weiteren Entwicklungsschritten für den Wettbewerb, im Interesse der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung.
Ein Gedanke fernab von Altersklassenüberlegungen: Im gerade vorgestellten „Vierten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht“ werden der Einfluss von Sport und Bewegung auf die körperliche und psychische Gesundheit, die Rolle von Leistung in der sportlichen Entwicklung sowie verschiedene gesellschaftliche Einflussfaktoren wie Werteerziehung und -bildung durch Sport thematisiert. Zu diesen drei Kernbereichen sollen und können unser Wettbewerb und Schulsport einen wertvollen Beitrag leisten. 

Zurzeit stellt die Corona-Pandemie die Schulen vor enorme Herausforderungen. Seit Mitte Oktober steigt die Zahl der Infizierten wieder sprunghaft an, gerade wurde das öffentliche Leben ein gutes Stück heruntergefahren, Sporttreiben im Verein ist weitgehend untersagt. Kitas und Schulen hingegen bleiben zwar geöffnet, der Sportunterricht aber wird teilweise schon wieder ausgesetzt. Du warst viele Jahre als Schulsportreferent in der Berliner Senatsverwaltung tätig. Angenommen du wärst dort noch im Amt: Welche Ratschläge würdest du den Schulen geben?


Der gegenwärtig bestehende Lockdown wirkt sich gravierend auf den Sport in Deutschland aus. Für mich ist klar, dass nun die Schulen ganz besonders gefordert sind. Ein Verzicht auf Sportunterricht ist für mich keine Option.
Den temporären Lockdown für den Monat November trägt die Deutsche Schulsportstiftung mit besorgtem Blick auf den exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen solidarisch mit. Wir bedauern aber zugleich, dass der Vereinssport von den beschlossenen Maßnahmen wieder besonders hart getroffen wird. Die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel, gerade im Kinder- und Jugendalter, darf man nicht unterschätzen. Deshalb richtet sich mein Appell an die Sportlehrkräfte in ganz Deutschland, im November vielfältige Bewegungsangebote für Schülerinnen und Schüler anzubieten. Schulsport ist ein dringend notwendiger Bestandteil des schulischen Alltags und aufgrund des erneuten Ausfalls von Vereinssport gerade wichtiger, denn je. Bei unserem Aktionstag Ende September haben bundesweit mehr als 1.200 Schulen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sportliche Betätigung auch unter Corona-Bedingungen möglich ist. Besonders in dieser Zeit ist der Sportunterricht ebenso wichtig wie Deutsch oder Mathematik. Dessen sollte man sich bewusst sein, vor allem im Interesse der Kinder und Jugendlichen.

Auch für den größten Schulsportwettbewerb der Welt wird die Coronakrise immer mehr zur Bewährungsprobe. Das Frühjahrs- und Herbstfinale von „Jugend trainiert“ musste abgesagt werden, ob 2021 ein Winterfinale stattfinden kann, ist ungewiss. Wie geht es weiter mit „Jugend trainiert“?


Der Gesundheitsschutz von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und die Hygienekonzepte und -pläne der Schulen auf der Grundlage länderspezifischer Corona-Regelungen stehen bei allen Überlegungen und Diskussionen zu dieser Frage an entscheidender Stelle. Die Länder handeln diesbezüglich aus meiner Sicht sehr verantwortungsvoll, indem sie alles dafür tun, dass die Schulen offenbleiben, Unterricht stattfindet und damit auch Sportunterricht. Der Wettbewerb zwischen den Schulen wird nach unseren Informationen aus den Kultusbehörden der Länder im ersten Schulhalbjahr 2020/21 aber nicht möglich sein. Deshalb haben wir bisher auch keine Wettbewerbsausschreibung für das aktuelle Schuljahr veröffentlicht. 

Das heißt, ein Winterfinale 2021 wird es nicht geben?


Nicht so schnell. Dass der Wettbewerb ausgesetzt ist, heißt nicht, dass wir untätig sind. Es gibt vielfältige Arbeitsrunden, die sich mit Hygienekonzepten und Ideen zu alternativen Wettbewerbs- und Veranstaltungsformaten beschäftigen. Wir diskutieren und suchen nach Möglichkeiten, den Wettbewerb im neuen Jahr, sicherlich unter eingeschränkten Rahmenbedingungen und wohl auch nicht überall gleichzeitig, wieder an den Start zu bringen. 
Es verbietet sich in dieser Zeit zu spekulieren. Aber alle können sich sicher sein, dass der Vorstand, die Geschäftsstelle, die Verantwortlichen in den Ländern und Sportverbänden alles dafür tun werden, dass der Wettbewerb wieder stattfinden kann. Versprechungen diesbezüglich kann es aber nicht geben, denn alles ist abhängig vom Pandemiegeschehen. Hier kann jedoch jeder seinen eigenen persönlichen Beitrag zur Eindämmung leisten. 
Natürlich werden wir auf der Webseite von „Jugend trainiert“ die Schulen, Vereine, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer, Eltern und interessierte Freundinnen und Freunde des Wettbewerbs über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

In der vergangenen Woche fand die erste Vorstandssitzung unter deinem Vorsitz statt. Wie ist die Sitzung verlaufen und womit habt ihr euch in eurer Videokonferenz beschäftigt?


Da mich die Vorstandskolleginnen und -kollegen aus früheren Arbeitszusammenhängen gut kennen, benötigten wir keine Anlaufzeit, sondern die erste Videositzung war sehr arbeitsintensiv und konstruktiv. Es stimmt mich optimistisch, dass in dieser komplizierten Gesamtsituation der Vorstand gewillt ist, Entscheidungen für zukünftige Entwicklungen zu treffen und sich nicht von dem gegenwärtigen Geschehen entmutigen lässt. 
Neben der Auswertung des Aktionstages, dem Stand des Wettbewerbs und den Möglichkeiten seiner Fortführung ging es besonders auch um die finanzielle Situation der Deutschen Schulsportstiftung. Die Absage und der Ausfall der Bundesfinalveranstaltungen ist natürlich auch mit Einnahmeverlusten verbunden.

Irgendwann wird die Corona-Pandemie überwunden sein. Wenn du in die Zukunft blickst: Wo siehst du „Jugend trainiert“ in zehn Jahren, also im Jahr 2030?


Ich bin überzeugt, dass der Wettbewerb Entwicklungspotential hat, und dass genau wie in der Vergangenheit und Gegenwart jährlich hunderttausende Schülerinnen und Schüler im Team für ihre Schule Motivation für das eigene Sporttreiben und die Betätigung im Sportverein finden werden. Dabei können nach wie vor sportliche Talente entdeckt werden, die Sportdeutschland weiterhin dringend benötigt. Es wird neue sportliche Wettbewerbsangebote, auch inklusive, geben und über „Jugend trainiert“ sollen die Jugendlichen auch motiviert und befähigt werden, ehrenamtlich im Sport tätig zu werden. 
Ein anspruchsvolles Ziel für 2030 wäre, dass sich jährlich eine Million Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung am Wettbewerb beteiligen. Dafür müssen trotz dieser turbulenten Zeit in naher Zukunft die Weichen gestellt werden.

Eine Million Teilnehmende mit dem dann 77-jährigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Poller? 


Nein, ganz sicher nicht. Mein persönlicher Anspruch ist es, in nächster Zeit auch eine Verjüngung in den ehrenamtlichen Verantwortungsbereichen einzuleiten. Ich werde mit dem Wettbewerb immer verbunden sein und seine Entwicklung aufmerksam verfolgen, aber für einen Wettbewerb „Jugend trainiert“ sollten zukünftig jüngere Verantwortungsträger gefunden werden.
Jetzt gilt es aber erst einmal, gut durch diese Krise zu kommen. Ich bedanke mich für das Vertrauen der Stiftungsversammlung und bin nun wieder zurück. Gefreut habe ich mich ganz besonders, dass Thomas Härtel – trotz seiner hohen zeitlichen Belastung als LSB-Präsident in Berlin – dem Wettbewerb mit seinem Wissen und seiner Erfahrung als Mitglied der Stiftungsversammlung erhalten bleibt.
Gegenwärtig fühle ich mich persönlich schon etwas als „Krisenmanager“. Aber mit der Unterstützung des Vorstandes, der Geschäftsstelle, der Länder und der Verbände und dem Engagement tausender Schulen und Sportvereine in Deutschland bin ich mir sicher, dass wir diese Zeit überstehen und zukünftig gemeinsam im Team neue Akzente in der Geschichte von „Jugend trainiert“ setzen werden.

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