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„Im Urlaub kam der Anruf“

Die 16-jährige Golferin Paula Schulz-Hanßen vom GC St. Leon-Rot ist für den Junior Solheim Cup 2019 nominiert. Die Spielerin des Junior Team Germany ist eine von zwölf Europäerinnen, die am 10. und 11. September 2019 im schottischen Gleneagles auf dem Kings Course auf die Auswahl der besten unter 18-jährigen Spielerinnen der USA trifft. Der Kontinentalwettbewerb zählt zu den prestigeträchtigsten Veranstaltungen im Golfsport.

Wir haben am Tag vor dem großen Duell mit der mehrfachen Teilnehmerin von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics gesprochen.

Wie und wann hast du von deiner Nominierung erfahren?

Nach den „Girls British Open“, dem letzten Turnier, bei welchem man Punkte sammeln konnte für das Junior Solheim Cup Ranking, bin ich mit meiner Familie in den Urlaub geflogen und im Urlaub kam dann der Anruf von Eva-Lotta Strömlid. Sie ist für die Ladies European Tour verantwortlich und hat mir mitgeteilt, dass ich nominiert bin. Das war vor etwa zwei Wochen.


Was bedeutet es dir, in Schottland beim Junior Solheim Cup dabei zu sein?

Es bedeutet, dass sich die Arbeit, die ich die ganzen letzten Jahre geleistet habe, auszahlt. Es bedeutet aber auch für mich, weil ich in Anführungsstrichen „nur“ eine Wildcard, also den Captain’s Pick, erhalten habe, dass noch immer Luft nach oben ist. 


Zur Erklärung: Sechs Spielerinnen haben sich über das Ranking, das du schon angesprochen hast, direkt qualifiziert. In diesem Ranking wurdest du Zehnte. Die übrigen sechs Startplätze wurden dann von der europäischen Team-Kapitänin Mickey Walker vergeben. Unter anderem an dich.

Genau. Dafür bin ich natürlich sehr dankbar. Und es ist immer gut, mit noch besseren Spielerinnen als einem selbst unterwegs zu sein, weil man, wie schon gesagt, dann sehen kann, dass immer noch Luft nach oben ist.


Wie haben deine Familie und der Golf Club St. Leon-Rot, dessen Geschäftsführer dein Vater ist, auf die Nominierung reagiert? 

Die sind alle ziemlich stolz. Ich spiele ja mein ganzes Leben lang schon in St. Leon-Rot. Irgendwie ist es für alle ein kleiner Erfolg, dass eine, die durch die komplette Jugendförderung gelaufen ist, jetzt hier dabei ist. Es zeigt, dass ich gerade am Höhepunkt meiner bisherigen Entwicklung und Leistung in der Jugend angekommen bin, obwohl ich ja noch zwei Jahre Jugend spielen darf. Deshalb sind alle mega stolz und freuen sich für mich. 


Wie fühlt es sich an, Teil eines internationalen Teams zu sein?

Es fühlt sich tatsächlich anders an als sonst. Ich kannte die Mädels hier zum größten Teil nicht. Vom Namen her schon und mit ein, zwei habe ich auch schon Mal ein Turnier gespielt. Aber es ist eine komplett neue Erfahrung, auch wegen der Sprache. Dadurch, dass ich die einzige Deutsche bin, habe ich niemanden im Team, mit dem ich mich in meiner Muttersprache austauschen kann.


In deiner Mannschaft sind zwei Italienerinnen, zwei Däninnen, zwei Französinnen, vier Britinnen. Dazu eine Slowenin und du. Hättest du lieber eine zweite Deutsche an deiner Seite gehabt?

Mittlerweile finde ich es sogar viel cooler so wie es ist, weil man so alles hier ganz sicher noch viel mehr lebt. Es gibt keine mir bekannte deutsche Spielerin, mit der ich mich in einen Tunnel zurückziehen könnte. Die Erfahrung hier wird dadurch noch intensiver.  
Klar, am Anfang hatte ich ein bisschen Bammel vor dem Ganzen: niemanden kennen, allein in ein anderes Land fliegen, eine andere Sprache sprechen, ein Turnier spielen, auf das ziemlich viel Aufmerksamkeit gerichtet ist. Aber diese Gedanken haben sich als total unnötig herausgestellt. Es ist unglaublich, alle sind super entspannt, es macht mega viel Spaß, jede von uns hier kriegt dieselbe Aufmerksamkeit, es gibt niemanden der wichtiger oder weniger wichtig ist. Es ist einfach ein richtig cooles Teamfeeling. Inzwischen ist übrigens auch meine Familie hier. Sie sind extra nach Schottland gekommen, was ich natürlich sehr schön finde.


Ihr habt gerade eine Proberunde gespielt. Wie kommst du mit dem Platz zurecht?

Ziemlich gut. Ich glaube, wir Europäerinnen haben gegenüber den Amerikanerinnen einen Vorteil, weil wir es gewohnter sind, in schottischen Verhältnissen zu spielen. Ich denke, dass uns allen der Platz etwas mehr liegt als den Amerikanerinnen.


Was habt ihr euch als Team vorgenommen?

Wir haben uns vorgenommen, einfach diese Woche hier zu genießen, Spaß zu haben, neue Freunde kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln und am Ende natürlich das Ding hier zu gewinnen.


Das klingt sehr optimistisch. Aber im direkten Vergleich steht es 2:7 aus Sicht von Europa.

Ja, ich weiß. Europa hat auch schon ziemlich lange nicht mehr gewonnen. Ich glaube, zuletzt 2007. Aber deshalb wird’s ja mal wieder Zeit. Wir haben auf jeden Fall Spaß, wir kämpfen bis zum Ende und dann schauen wir, was dabei rauskommt.


Wir drücken die Daumen. Letzte Frage: Welche Erinnerungen hast du an „Jugend trainiert“?

Viele gute. Ich war ja schon einige Mal dabei. Es macht wirklich immer Spaß. Wenn ich vergleiche: Es ist so ein bisschen das Gefühl wie hier auch. Man fährt mit seiner Mannschaft, aber eben nicht mit dem Club, irgendwo hin, man kennt die anderen nicht. Es ist zwar alles ein bisschen gewohnter und vertrauter, aber doch vergleichbar und hat mich auf jeden Fall ziemlich gut hierauf vorbereitet. Und wie gesagt: Es hat immer Spaß gemacht, für die Schule zu spielen und den Schulnamen auf dem Polo zu tragen. Jetzt trage ich Europa auf meinem Shirt, aber ich kann sagen, bei „Jugend trainiert“ hatte ich immer ein ganz ähnliches Gefühl wie im Augenblick hier. Natürlich ist bei „Jugend trainiert“ alles ein bisschen kleiner. Aber ich verbinde nur gute Erinnerungen mit „Jugend trainiert“.


Paula, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir, dass beim Junior Solheim Cup viele gute Erinnerungen hinzukommen.

Das Interview führte Kai Gemeinder.
 

Paula Schulz-Hanßen (zweite von links) beim Mannschaftsfoto mit dem Team Europa beim Junior Solheim Cup 2019 in Schottland

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