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Ein Erfolg, der hoffentlich einmalig bleibt

Über 200.000 Schülerinnen und Schüler aus mehr als 1.000 Schulen haben sich in den vergangenen Monaten landauf, landab an der „Schulsport-Stafette“ der Deutschen Schulsportstiftung (DSSS) beteiligt und ein Zeichen für den Schulsport und „Jugend trainiert“ gesetzt. Das ist ein erfreuliches Ergebnis. Trotzdem hoffen alle Beteiligten, dass das neu entwickelte Veranstaltungsformat im nächsten Jahr wieder durch den klassischen Wettbewerb ersetzt werden kann. Wir ziehen Bilanz und blicken nach vorn.

Von Kai Gemeinder

Eine Aktion – zwei Bausteine

Die „Schulsport-Stafette“ wanderte vom 26. Juli bis 24. September von Bundesland zu Bundesland und setzte sich aus den Bausteinen „Aktionswoche“ und „Wettbewerb“ zusammen. Im Rahmen der Aktionswoche konnten Schulen frei entscheiden, welche Bewegungsangebote sie ihren Schülerinnen und Schülern unterbreiten wollen. Der Kreativität und Sportvielfalt waren keine Grenzen gesetzt. Letztlich ist es dem Einfallsreichtum und Engagement der Sportlehrkräfte zu verdanken, dass Spiel, Sport und Bewegung an die Schulen zurückkehrten. Am häufigsten wurden in Anlehnung an den Begriff „Stafette“ Staffelläufe durchgeführt, wobei einige Schulen sich mit den Betroffenen der Flutkatastrophe, die Teile Deutschlands Mitte Juli heimgesucht hatte, solidarisierten und Spendenläufe organisierten. Beispielhaft haben wir über die DaVinci-Gesamtschule Potsdam berichtet, die auf diese Weise 7.100 Euro gesammelt hat. Unser Dank gilt aber allen Schulen, die im Rahmen der „Schulsport-Stafette“ ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis gestellt haben.

Besonders hohe Teilnahmezahlen verzeichneten die Fritz-Steinhoff-Gesamtschule Hagen und die Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn: jeweils 1.500 Schülerinnen und Schüler waren an den Aktionen der „Schulsport-Stafette“ beteiligt. 

Wie schon beim Aktionstag im Jahr 2020 nahmen auffällig viele Grundschulen und Förderschulen an der Bewegungs-Offensive der Deutschen Schulsportstiftung teil. Mehr als ein Drittel aller angemeldeten Schulen waren Grundschulen, 11,3% Förderschulen. Diese Werte liegen deutlich über den Meldeanteilen der klassischen „Jugend trainiert“-Wettbewerbe und könnten zukunftsweisend sein. 

Was beim Aktionstag 2020 noch fehlte, waren Wettbewerbe. Dies war 2021 anders: In 16 olympischen und zwei paralympischen Sportarten wurden Formate entwickelt, die einen Vergleich der Schulen untereinander ermöglichten, ohne dass die Schulteams direkt aufeinander trafen. 1.600 Schulmannschaften waren gemeldet, über 300 qualifizierten sich für das „Bundesfinale 2021 vor Ort“ und ermittelten ihre Bundessieger, die am 5. Oktober in einer digitalen Siegerehrung geehrt wurden. 

Als einzige teilnehmende Schule schaffte es das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin, einen kompletten Medaillensatz zu gewinnen: Gold im (Beach)-Volleyball, Silber im Schwimmen und Bronze in der Leichtathletik. Erfolgreichstes Bundesland war Hessen mit fünf goldenen, zwei silbernen und fünf bronzenen Medaillen.

Ein Fleißsternchen verdiente sich das Humboldt-Gymnasium Bad Pyrmont aus Niedersachsen. Insgesamt meldete die Schule 40 Mannschaften zum Wettbewerb, qualifizierte sich allerdings nicht für das „Bundesfinale 2021 vor Ort“. 

Am vielseitigsten präsentierte sich das Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium Speyer aus Rheinland-Pfalz, das in neun verschiedenen Sportarten an den Start ging und mit zwei Teams im Handball und (Beach-)Volleyball beim dezentralen Bundesfinale vertreten war.

Thomas Poller: „Die Sehnsucht nach Normalität ist enorm groß“

Den Initiatoren der „Schulsport-Stafette“ war es wichtig, dem durch die Coronapandemie hervorgerufenen Bewegungsmangel an den Schulen etwas entgegenzusetzen. Dies ist geglückt, wie die Zahlen belegen. Dr. Thomas Poller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schulsportstiftung, schilderte im Anschluss an die digitale Siegerehrung, welche an der Poelchau Schule Berlin stattfand und als Online-Stream von vielen Tausend Schülerinnen und Schülern während einer Schulstunde live verfolgt wurde, seine Einschätzung: „Die ‚Schulsport-Stafette‘ und das ‚Bundesfinale vor Ort‘ haben gezeigt, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler in allen Altersklassen Bewegung und sportlichen Wettbewerb wünschen. Die Sehnsucht nach Normalität ist enorm groß. Der Bewegungsmangel in den Schulen ist nach wie vor ein drängendes Problem. Unsere neuen Projekte sind ein deutliches Signal für den Schulsport aus der Pandemie heraus – sie sind aber keine Alternative zum regulären Schulsport und dem zentralen Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia & Paralympics.“ Deshalb müsse alles daran gesetzt werden, regional sowie auf Landes- und Bundesebene zum klassischen Schulsportwettbewerb zurückzukehren, so Poller weiter.

Theresa Schopper, die Vorsitzende der Stiftungsversammlung der Deutschen Schulsportstiftung ist und als Kultusministerin in Baden-Württemberg politische Verantwortung trägt, blickt diesbezüglich optimistisch in die Zukunft. Im Interview bestätigte sie, dass die Vorbereitungen auf das Winterfinale im baden-württembergischen Schonach bereits angelaufen seien. „Unter leicht veränderten Bedingungen“ soll dort im Februar 2022 das Winterfinale stattfinden. Die „Schulsport-Stafette“ habe gezeigt, dass man jetzt wieder Sportunterricht machen könne und es möglich sei, klassenübergreifend zu trainieren und Auswahlmannschaften zu bilden.

Prominenz aus Sport und Politik würdigt „Schulsport-Stafette“ 

Die „Schulsport-Stafette“ wurde von zahlreichen Prominenten begleitet, die Staffelstabübergaben übernahmen, Schulen und Veranstaltungen besuchten oder bei der digitalen Siegerehrung die Ergebnisse verkündeten; unter ihnen Bettina Martin (Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommern) Prof. Dr. R. Alexander Lorz (Kultusminister Hessen) und Aleksander Dzembritzki (Staatssekretär für Sport im Berliner Senat) sowie Kristin Pudenz (aktuelle Olympia-Silbermedaillengewinnerin im Diskus), Michael Dennis (Goalball-Europameister), Dominik Klein (Handball-Weltmeister), Maximilian Munski (Olympia-Silbermedaillengewinner im Ruderachter), Martin Häner (Olympiasieger Hockey), Finja Schaake (Basketballnationalspielerin), Katrin Holtwick (Vize-Europameisterin Beach-Volleyball), Verena Schott (Weltmeisterin Para Schwimmen), Renate Lingor (Fußball-Weltmeisterin), Saskia Lang (ehemalige Handballnationalspielerin) und Alissa Buhrmann (U23-WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin im Ruderachter).

Medienanalyse zeigt gesellschaftliche Relevanz der Bewegungs-Offensive

Die mediale Reichweite der „Schulsport-Stafette“ und des „Bundesfinales 2021 vor Ort“ kann sich durchaus sehen lassen. Zwischen Mitte Juli und Anfang Oktober lag die potenzielle Reichweite bei 416 Millionen. Besonders ausführlich wurde über den offiziellen Startschuss der „Schulsport-Stafette“ am Berliner Olympiastadion berichtet, aber auch in der Zeit danach fand umfangreiche Berichterstattung in regionalen und überregionalen Medien und auf den sozialen Kanälen von „Jugend trainiert“ statt. Darin spiegelt sich die gesellschaftliche Relevanz des Schulsportwettbewerbs wider. Dies ändert aber nichts daran, dass es der Wunsch aller Beteiligten ist, die „Schulsport-Stafette“ mit ihrem dezentralen Charakter möge ein einmaliges Ereignis bleiben. 
 

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