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„Entwickelt die Liebe zu eurem Sport“

Constantin Preis ist seit diesem Jahr Leichtathletik-Pate bei Jugend trainiert für Olympia & Paralympics. Beim Herbstfinale 2022 in Berlin überreichte der 400 m-Hürdenspezialist Medaillen an den Sportnachwuchs und zeigte sich ebenso überrascht wie beeindruckt von der Größenordnung des Schulsportwettbewerbs. Der gebürtige Moldawier, der 2011 mit seiner Familie nach Deutschland immigrierte, ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration durch Sport und für die erfolgreiche Kooperation zwischen Schule und Verein auf dem Weg zu einer spitzensportlichen Karriere.

Von Kai Gemeinder

Heute ist Constantin Preis 24 Jahre alt. Dreimal in Folge wurde er zwischen 2019 und 2021 Deutscher Meister über 400 m Hürden. Bei den Olympischen Spielen in Tokio erreichte er das Halbfinale, ebenso bei den European Championships im Sommer 2022. Der Grundstein für diese Erfolge wurde 2011 in Pforzheim gelegt. Etwa zwei Monate, nachdem Constantin mit seiner Familie nach Deutschland gekommen war, fanden an der Schule, die er besuchte, Bundesjugendspiele statt. Es war der Tag, der sein Leben nachhaltig verändern sollte. „Ich habe da zum ersten Mal in meinem Leben eine Tartanbahn gesehen“, erinnert sich Constantin. Ein Lehrer entdeckte Constantins Talent, woraufhin sich der 13-Jährige dem TV Pforzheim anschloss. Dort wurde Roland Hiller sein Leichtathletik-Trainer, Constantin knüpfte Freundschaften, die bis heute Bestand haben, und fand ein zweites Zuhause.  

„Mein erster Sportverein ist für mich wie eine zweite Familie gewesen. In der Schule war ich anfangs in der Hauptschule und in den ersten Monaten hab ich gar nicht gesprochen, weil ich die Sprache nicht kannte. Da fällt es schwer, sich in der Klasse zu integrieren. Im Sport hingegen hat es keinen wirklich interessiert, dass ich die Sprache noch nicht sprechen konnte. Alle haben mich unterstützt, versucht, mir die Übungen zu erklären. Der Sport hat den Vorteil, dass man vieles zeigen kann und nicht viele Worte braucht. Und das hat mir extrem geholfen, eine Verbindung zu den Personen aufzubauen“, erzählt Constantin. Besonders seinem damaligen Trainer Roland Hiller ist der Hürdenläufer dankbar: „Er hat in mir etwas gesehen, an mich geglaubt, mich gefördert und zu den Wettkämpfen gefahren. Ohne ihn wäre ich definitiv nicht an den Punkt gekommen, an dem ich jetzt bin.“

In den ersten Jahren seiner Sportlaufbahn gewann Constantin keine Rennen, wurde mal Dritter, mal Fünfter oder Sechster. Das überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass er 2011 schon Teenager war, als er erstmals mit Leichtathletik in Berührung kam. Umso wichtiger sei es für ihn gewesen, in seinem Umfeld Menschen vorzufinden, die an ihn glaubten.

Gerade als diverse Verletzungen bei Constantin Zweifel aufkommen ließen, ob es überhaupt noch Sinn machen würde, eine Sportkarriere anzustreben, war es Roland Hiller, der den Jugendlichen zum Weitermachen motivierte. Gleichzeitig konnte sich Constantin stets der Unterstützung seiner Familie gewiss sein, die ihn darin bestärkte, sich neben der Schule voll auf den Sport zu konzentrieren.

Als Wendepunkt und einen seiner wichtigsten Wettkämpfe bezeichnet Constantin die Deutschen U20-Hallenmeisterschaften 2017. Das 400 m Hürdenfinale war das erste große Rennen, das er gewinnen konnte. 2018 machte Constantin dann Abitur und wechselte im gleichen Jahr zum VfL Sindelfingen. Der Kontakt zu seinem ehemaligen Coach besteht aber weiter. Bei den Heim-Europameisterschaften im Münchener Olympiastadion in diesem Jahr saß auch Roland Hiller auf der Tribüne und feuerte seinen einstigen Schützling an. Zudem ist Constantin noch immer in der WhatsApp-Gruppe seines früheren Vereins und so stets gut über die Geschehnisse in Pforzheim informiert. Dort ist man sehr stolz auf das, was Constantin Preis zwischen dem ersten Karriereerfolg 2017 und dem Halbfinaleinzug bei den European Championships 2022 alles erreicht hat.

2018 und 2019 waren dies weitere DM-Titel in der U23 und schließlich die besagten drei Deutschen Meistertitel bei den Aktiven zwischen 2019 und 2021 sowie die erste Teilnahme an Olympischen Spielen. Auf die Frage, worauf es neben dem richtigen Umfeld ankomme, um so erfolgreich sein zu können, antwortet der neue „Jugend trainiert“-Pate an alle Sporttalente gerichtet:

„Entwickelt die Liebe zu eurer Sportart. Die Liebe zum reinen Sport, zum Training, zu harter Arbeit im täglichen Training ist am wichtigsten. Wenn man sich für den Sport auf höchstem Niveau entscheidet, muss man nämlich viel opfern. Man muss dies und jenes absagen, darf hier und dort nicht hingehen. Ich hab mit 16, 17, 18 zum Beispiel auf Partys verzichtet, bin oft früh ins Bett gegangen. Wenn man aber diese Liebe zum Sport entwickelt hat und eine Zukunft sieht, in dem, was man da macht, ist das alles zweitrangig.“

Außerdem müsse man Vertrauen und Durchhaltevermögen haben. Denn im Prozess auf dem Weg zum Spitzensportler werde es definitiv auch mal schlecht laufen. Es brauche Zeit, um erfolgreich zu sein, wie sein eigener Werdegang zeige.

„Wenn Kinder ein Talent haben, sollen sie sich auch trauen, ihre ganze Energie in den Sport zu investieren“, wünscht sich Constantin. An „Jugend trainiert“ schätzt er, dass der Wettbewerb eine Plattform bietet, das eigene Talent zu entdecken und zu entfalten. Dem Paten gefällt zudem, dass beim Bundesfinale Schülerinnen und Schüler aus mehreren olympischen und paralympischen Sportarten zusammenkommen. „Ich bin ja normalerweise immer nur in der Leichtathletik unterwegs. Ich glaube, es ist für die Kinder und Jugendlichen schon sehr besonders, ein solches Großereignis zu erleben mit all den unterschiedlichen Sportarten an einem Ort. Ich selbst war überrascht und beeindruckt, wie groß das Bundesfinale ist und wie gut die Veranstaltung organisiert ist. Ich hatte das alles viel kleiner erwartet.“

Den erneuten Besuch beim Herbstfinale 2023 hat Constantin Preis daher fest eingeplant, sofern sein eigener Wettkampfkalender dem nicht entgegen steht.

Der neue "Jugend trainiert"-Leichtathletik-Pate Constantin Preis beim Interview während der Abschlussveranstaltung des Herbstfinales 2022 im Berliner Velodrom © DSSS/sampics

"Ich hatte das alles viel kleiner erwartet", sagt der Hürdenläufer nach seinem Besuch, bei dem er Medaillen an erfolgreiche Schüler*innen verteilt hatte. © DSSS/sampics

Der Ratschlag von Constantin Preis an den Sportnachwuchs lautet: „Entwickelt die Liebe zu eurem Sport.“ © DSSS/sampics

© Instagram

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