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Sport im Verein ist wieder erlaubt. Das muss Schule machen

Aus Sicht des organisierten Sports war es ein längst überfälliger Schritt: Seit dem 08. März ist das Sport treiben im Verein auch in der Gruppe unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Abhängig von den Inzidenzwerten und entsprechenden Beschlüssen der jeweiligen Bundesländer dürfen Sportvereine unter freiem Himmel seit dieser Woche Training in Gruppen mit bis zu zehn Personen (bei einer Inzidenz unter 50) und sogar 20 Kindern (bei einer Inzidenz unter 100) anbieten. Nach und nach könnten je nach lokalem Infektionsgeschehen weitere Lockerungsschritte folgen (siehe Schaubild der Bundesregierung rechts). Aber das reicht nicht. „Die Schulen müssen sich anschließen“, fordert Dr. Thomas Poller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schulsportstiftung.

Für die stufenweise Wiederbelebung des Vereinssports haben sich der Deutsche Olympische Sportbund sowie seine Landessportbünde, Sportfachverbände und Sportvereine ausdauernd und lautstark eingesetzt. Dabei sind sie in Vorleistung getreten. Leitplanken wurden erstellt und Hygienepläne vorgelegt. Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Trainerinnen und Trainer wurden geschult. Die von Berlins LSB-Präsident Thomas Härtel formulierte Zielsetzung, gerade Kindern und Jugendlichen den Wiedereinstieg in den Sport zu ermöglichen, da diese am meisten unter der Pandemie litten, wurde per Beschluss auch von der Sportministerkonferenz unterstützt.

Härtel hat wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen immer wieder an die politischen Entscheidungsträger appelliert und sich in internen Gesprächsrunden ebenso wie in der Öffentlichkeit Gehör verschafft. Im Vorfeld des jüngsten Gipfeltreffens zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Schulsportstiftung (DSSS) im RBB-Interview: „Macht bitte wieder die Sportplätze auf.“ 

Dieser Wunsch wurde nun erfüllt, wenngleich die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern nicht einheitlich erfolgt und manche hinter den gemachten Vorgaben zurückbleiben. Ohnehin reicht es nicht aus, lediglich den Sportvereinen den Wiedereinstieg zu ermöglichen, wie Dr. Thomas Poller, der im letzten Jahr die Nachfolge von Härtel als Vorstandsvorsitzender der DSSS übernommen hat, anmahnt. Es freue ihn zwar, dass es Öffnungen im Vereinssport für Kinder gebe, so der frühere Berliner Schulsportreferent. „Gleichzeitig beunruhigt mich aber die Situation für den Schulsport, denn nur da erreichen wir mit Sport- und Bewegungsangeboten alle Kinder und Jugendlichen. Auf die Notwendigkeit dieser Angebote in Corona-Zeiten haben Mediziner, Psychologen und Pädagogen nachdrücklich hingewiesen. Hier gibt es deutlichen Nachholbedarf. Mancherorts findet inzwischen auch wieder Schulsport statt. Aber weit häufiger wird sich nur auf die sogenannten "Kernfächer" fokussiert. Auch dort, wo die Inzidenzen niedrig sind. Das halte ich für einen schwerwiegenden Fehler."

Wie wichtig neben dem Vereinssport auch der Schulsport ist, haben zahleiche Akteure aus Schule, Sport und Politik bereits zum Jahresanfang in ihren Neujahrsgrüßen an die Deutsche Schulsportstiftung zum Ausdruck gebracht. Ähnlich wie Poller sieht es etwa Arne Klindt. Nach Auffassung des Vizepräsidenten Jugend des Deutschen Tischtennis-Bunds „sollte Sport an den Schulen die gleiche Aufmerksamkeit erfahren wie wissenschaftliche oder linguistische Fächer.“ „Sport an der Vereinsbasis und in der Schule ist ein hohes gesellschaftliches Gut, um das wir kämpfen“, bestätigt Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbunds.

„Die immense Bedeutung von Bewegung sollte allen in den letzten Monaten schmerzlich bewusst geworden sein“, meinen Henning Lüssow und Felicitas Kurzweg, die in der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung das Fachreferat Sport verantworten. „Daher gilt es, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Schulsport und Wettkämpfe baldmöglichst wieder stattfinden können.“ Auch Lutz Gau, Schulsportreferent in Mecklenburg-Vorpommern, wünscht sich, „dass wir schnell lernen so mit der Pandemie umzugehen, dass wir in einer neuen Normalität wieder dem Sportunterricht und dem Schulsport nachgehen können.“ Viele Anfragen von Sportlehrkräften aber auch von Schülerinnen und Schülern zu „Jugend trainiert" zeigten zudem, wie wichtig dieser Wettbewerb sei. 

Ebenso hofft der Tischtennis-Pate Timo Boll als ehemaliger „Jugend trainiert“-Teilnehmer, „dass der Schulsport und dieser wichtige Wettbewerb so bald wie möglich ihre Fortsetzung finden.“ Dieser Hoffnung schließt sich die Deutsche Schulsportstiftung an. Mit dem Stufenplan wurde der richtige Weg eingeschlagen. Nun müssen Schulen mit klugen Ideen und Konzepten folgen. Die Kinder und Jugendlichen würden es ihnen danken.

kg

© DSSS/sampics

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